Bayreuther Festspiele

Katharina Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg» ausgebuht

Katharina Wagner (links) ausgebuht

Katharina Wagner (links) ausgebuht

Mit kräftigen Buhrufen für Regisseurin und Festspielchefin Katharina Wagner hat am Sonntag die Aufführung der Oper «Die Meistersinger von Nürnberg» bei den Bayreuther Festspielen geendet.

Nach dem ersten und dem zweiten Akt hatte es noch freundlichen Beifall gegeben. Doch im dritten Akt mutet die Urenkelin von Richard Wagner mit gnadenloser Persiflage dem Publikum einiges zu: Uropa Richard tanzt mit Schwellkopf auf der Bühne, ein Regieteam wird verbrannt, Beckmesser erschafft einen nackten Adam, und am Ende hält Hans Sachs als dumpfer Nationalist seine Ansprache.

Dabei zeigt die Festspielchefin zwar durchaus eine respektlose und anregende Interpretation, entrümpelt die Oper von Deutschtümelei und Nürnberg-Klischees und unterlegt sie mit zahlreichen Kunstzitaten. Doch die Fülle der Ideen führt besonders im Schlussakt zu einer gewissen Beliebigkeit.

Die Festspiele werden an diesem Montag mit "Rheingold" fortgeführt, dem ersten Teil des vierteiligen Werks "Der Ring des Nibelungen". Regie führt Tankred Dorst, am Dirigentenpult steht Christian Thielemann.

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