Puppen-Posse

Justiz ermittelt nicht wegen Hitler-Gartenzwerg

Zwerg entgeht juristischen Folgen

Zwerg entgeht juristischen Folgen

Ende einer Sommerposse: Die Hitler-Gartenzwerge des Nürnberger Kunstprofessors Ottmar Hörl haben keine juristischen Folgen. Hörl wolle den Nationalsozialismus der Lächerlichkeit preisgeben, erklärte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.

"Bei der Gesamtschau wird die Gegnerschaft zur Ideologie hinreichend deutlich", schrieb die Behörde. Prinzipiell sei das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - darunter der Hitlergruss - strafbar.

Doch werde dies nicht verfolgt, wenn die Darstellung in offenkundig und eindeutig die Bekämpfung der NS-Ideologie zum Ausdruck bringe. Hörls Gartenzwerg, der den rechten Arm zum Hitlergruss ausstreckt, hatte in den vergangenen Tagen für einigen Wirbel gesorgt.

Ein Unbekannter hatte sich über die Präsentation der puppengrossen Kunststofffigur in einer Nürnberger Galerie beschwert und sich mit einem anonymen Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt. Die Staatsanwaltschaft nahm daraufhin Vorermittlungen auf.

Hörl sowie dem Galeristen sei jedoch nichts vorzuwerfen, hiess es jetzt. Allerdings sehe die Anklage durchaus ein gewisses Missbrauchspotenzial. Die künftige öffentliche Verwendung der Zwerge müsse deshalb in jedem Einzelfall überprüft werden.

Hörl hatte den Gartenzwerg, den er selbst als Persiflage auf das "Herrenmenschentum" der Nazis betrachtet, für eine Ausstellung der Kunstmesse im belgischen Gent geschaffen. In den vergangenen Tagen nahm die Nachfrage von Sammlern laut Hörl rasant zu.

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