Krebsleiden

Jörg Schneider ist tot – er wurde 80 Jahre alt

Der beliebte Schweizer Volksschauspieler Jörg Schneider ist heute Samstag im Alter von 80 Jahren verstorben. Er erlag einem schweren Krebsleiden.

Der Schauspieler Jörg Schneider ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 80 Jahren nach einer Krebserkrankung, wie der Regisseur Paul Riniker gegenüber der Nachrichtenagentur sda erklärte. Er bestätigte eine Meldung der "Tagesschau" von Schweizer Radio und Fernsehen.

Kasperli ist verstummt: Jörg Schneider gestorben

Kasperli ist verstummt: Jörg Schneider gestorben

Schneider erlag seiner schweren Krankheit, die ihn Ende September 2014 gezwungen hatte, seine Abschiedstournee "Happi Änd" abzubrechen. Noch Ende Januar 2015 nahm er an den Solothurner Filmtagen an der Premiere seines letzten Kinofilms teil: "Usfahrt Oerlike". Darin spielte er seine erste ernste Filmhauptrolle überhaupt. Mit ihm agierte Matthias Gnädinger in der zweiten Hauptrolle,  der am 3. April 2015 im Alter von 71 Jahren gestorben war. 

Usfahrt Oerlike mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger - Trailer.

Der Trailer zu seinem letzten Film: Usfahrt Oerlike mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger.

Bei den Dreharbeiten im Mai 2014 unter der Regie von Paul Riniker wusste noch niemand, auch Schneider selbst nicht, dass er an Leberkrebs erkrankt war. Der Film erntete in Solothurn Standing Ovations und erhielt den Publikumspreis. Am 6. Februar 2015 hatte Jörg Schneider seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Der erkrankte Volksschauspieler Jörg Schneider ist an den Solothurner Filmtagen zur Premiere seines Films

24.1.2015: Der erkrankte Volksschauspieler Jörg Schneider ist an den Solothurner Filmtagen zur Premiere seines Films

Der Durchbruch gelang Schneider 1966 mit dem Hörspiel, der Bühnenproduktion und der TV-Serie "Polizischt Wäckerli". Vor allem aber in einer Rolle wurde Jörg Schneider in wohl jedem Schweizer Kinderzimmer bekannt: Ab 1967 schrieb und vertonte er die Chasperli-Geschichten. Die 40 Stücke wurden zu Dauerbrennern. Sie verkaufen sich bis heute bestens. Schneiders "Tri-tra-trallala, dr Chaschperli isch wider daa!" entzückte Generationen von Kindern.

«Abschied auf der Bühne war wahnsinnig berührend»

Die Schweiz hat nach Ansicht der Bernhard-Theater-Leiterin Hanna Scheuring mit Jörg Schneider einen der bedeutendsten, aber auch etwas verkannten Schauspieler verloren. Er sei einer gewesen, der eine ausgesprochene Wärme ausgestrahlt habe.

"Ein wahnsinnig berührender Anlass" sei in diesem März sein letzter Auftritt auf einer Theaterbühne gewesen: Die Präsentation seines Buches "Äxgüsi! Aus meinem Leben" im Zürcher Bernhard-Theater. Schneider habe - nebst anderen Schauspielern - Texte aus der Biografie vorgetragen.

Im Mai habe sie ihn nochmals zu Hause besucht und ihn bewundert, wie er mit seiner Krankheit umgegangen ist, sagte Scheuring. 

Jörg Schneider spricht im «TalkTäglich» über seinen Alltag und die Dreharbeiten zum Kinofilm «Usfahrt Oerlike»

29.1.2015: Jörg Schneider spricht im «TalkTäglich» über seinen Alltag und die Dreharbeiten zum Kinofilm «Usfahrt Oerlike»

Filmchef Kummer: «Schneider wurde lange Zeit verkannt»

Mit dem Tod von Jörg Schneider verliere die Schweiz einen grossartigen Schauspieler, der zu lange unterschätzt worden sei, sagte Ivo Kummer, Filmchef des Bundesamtes für Kultur, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Erst im Alter habe er die Anerkennung erhalten, die ihm gebühre.

"Es ist ein trauriger Moment für die Schweizer Filmlandschaft." Der letzte Kinofilm "Usfahrt Oerlike" sei zum Vermächtnis von Schneider geworden. Darin spielte er seine erste ernste Filmhauptrolle überhaupt.

In gewisser Hinsicht sei der Zürcher Schauspieler seiner Zeit voraus gewesen, erklärte Kummer. Während lange Zeit die Meinung galt, Kunst und Unterhaltung hätten keine Berührungspunkte, habe sich Schneider stets zwischen diesen Welten bewegt.

(sda/pz)

Jörg Schneider als Kasperli zum Lose: «Die beide Räuber Joggel und Toggel»

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