Remise Bühni

In «Hase Hase» hält Mama alles zusammen

Szene aus "Hase Hase": Trügerisches Familienidyll am Tisch

Szene aus "Hase Hase": Trügerisches Familienidyll am Tisch

Der Berner Reto Lang inszeniert mit dem Ensemble der Remise Bühni Jegenstorf Coline Serreaus’ Erfolgsstück «Hase Hase».

Herr und Frau Hase könnten es doch so gut haben. Drei ihrer fünf Kinder sind schon aus dem Haus, Herr Hase wird bald eine schöne Lohnerhöhung bekommen und der älteste, fleissige Sohn Bébert ist dabei, sein Medizinstudium abzuschliessen. Nur der Jüngste, Hase genannt, macht im Gymnasium Sorgen, denn er ist schlecht in Französisch; dafür ist er ein Mathematikgenie. Mama geht zum Einkaufen und versorgt die Familie mit gutem Essen und besten Ratschlägen, auch wenn das Geld knapp ist und der Betreibungsbeamte immer mal wieder vor der Türe steht.

Doch plötzlich wird das Familienleben schwieriger, denn die bereits ausgezogenen Kinder kehren zurück und machen sich breit, sodass die kleine Wohnung bald aus allen Nähten platzt. Und da gibt es auch noch eine politische Bedrohung von aussen und die innere familiäre Idylle zerbricht. Nur der kleine Hase sorgt für Hoffnung in dieser trostlosen Zeit. Er kann helfen, denn er ist ein Ausserirdischer.

Parforceleistung auf der Bühne

Regisseur Reto Lang bringt mit dem Ensemble der Remise Bühni Jegenstorf Coline Serreaus’ Erfolgsstück aus dem Jahr 1986 zum ersten Mal in einer Mundartfassung auf die Bühne. Hervorragend schafft er es, seiner Laientruppe alle Stufen der Gefühlskala zu entlocken. Allen voran sind Mama, verkörpert von Danièle Themis und Maja Hiltbrunner, die den schlauen Jungen Hase verkörpert, Glanzlichter dieser Produktion. Doch auch alle andern im Ensemble meistern ihre Rollen perfekt. Das Timinig stimmt, was bei der teils abstrus-komödiantischen Handlung und den dichten Dialogen zu bewundern ist. Gelungen ist das mit tollen Lichteffekten ausgestattete Bühnenbild, das die kleine Remise Bühni grösser erscheinen lässt, als sie ist.

Auf Gefühlsschwankungen muss sich das Publikum bei «Hase Hase» also einstellen: Komödie, Tragödie, Science Fiction, Beziehungsgeschichte – alles ist in den zwei Theaterstunden zu erleben. An der Premiere wurde diese Parforce-Leistung auf der Bühne mit Standing Ovations belohnt.

Aufführungen: 23., 24., 26., 27., 30. April; und während des Mai jeweils 20 Uhr. www.remise.ch

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