Festivaldirektor Lynn Kost erklärte bei der Vorstellung des Programmes, dass immer mehr Künstler die unverfälschte und direkte Kraft des Zeichnens schätzten. Zeichnungen könnten aber auch der Ursprung von Skulpturen und Performances sein.

Beispiele für dieses grenzüberschreitende Zeichnen sind etwa der Schaffhauser Olaf Breuning oder der Zürcher Thomas Ott. Breuning ist mit Wandbildern und Skulpturen, die er 3-D-Zeichnungen nennt, in Luzern zu Gast. Ott zeigt mit seinem "ottologischen Zimmer" eine Horrorinstallation, ein Labor eines dubiosen Professors.

Die Bieler M.S. Bastian und Isabelle L. präsentierten eine "Bastokalypse", ein aus 32 schwarzweissen Gemälden zusammengefügtes 51 Meter langes Panoramabild - ein eigentlicher Wandcomic. Das grossformatige Werk ist auch die Sache von Julia Steiner aus Bern, die in der Gouachetechnik arbeitet.

Artist in Residence ist der französische Illustrator und Flaneur François Avril, der täglich ein aktuelles Bild zu Luzern schaffen wird. Auf das Tagesgeschehen reagieren wird auch der Rumäne Dan Perjovschi, der in einer viertägigen Performance die Fassade des Luzerner Theaters mit Kreidezeichnungen ausschmücken wird.

Stargast ist der 1994 verstorbene Amerikaner Jack Kirby. Fumetto zeigt eine Retrospektive des "King of Comic", der den Superheldencomic (Captain America, Hulk, Iron Man) stark prägte.

Das Gegenprogramm zum dynamischen Kirby-Kosmos bietet der Amerikaner Ben Jones mit geometrischen und statischen Bildern, und natürlich Nicolas Mahler, dessen Superheld Engelmann kläglich scheitert.

Der Zeichner Emmanuel Guibert und der Fotograf Didier Lefèvre (beide Frankreich) sind mit dem Comic "Der Fotograf" in Luzern vertreten. "Der Fotograf" ist eine Dokumentation über den Krieg in Afghanistan 1986.