Bei dem von den Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa von SANAA Architects aus Tokio im Jahr 2010 gebauten Rolex Learning Center der École politechnique fédérale de Lausanne (EPFL) spiele das Tageslicht eine tragende Rolle, heisst es in einer Mitteilung der Velux-Stiftung. Der radikale Versuch einer neuartigen Lernlandschaft präsentiere sich innen dank der Modulierung durch das Tageslicht quasi als begehbare Skulptur.

Weil das Innere kaum unterteilt und das Äussere rundherum verglast sei, seien viele und ganz unterschiedliche Lichtsituationen gleichzeitig wahrnehmbar. Zudem scheine das an der Unterseite des Gebäudes reflektierte Licht das Learning Center schweben zu lassen.

Mit dem 2007 geschaffenen Tageslicht-Award will die Velux-Stiftung die Aufmerksamkeit für das Potenzial des Tageslichts beim Bauen verstärken. Ausgezeichnet werden Bauwerke, bei denen natürliches Licht gezielt als architektonisches Gestaltungsmittel genutzt und zur Steigerung der Lebensqualität und Verbesserung der Energieeffizienz eingesetzt wird.

Ehrenpreis für Schulhaus Leutschenbach

Einen Ehrenpreis in Höhe von 20'000 Franken erhielt das Schulhaus Leutschenbach in Zürich. Das vom Schweizer Architekten Christian Kerez konzipierte Gebäude sei ein überzeugendes Manifest des Zusammenspiels von Tageslicht, Architektur und Konstruktion, schreibt die Velux-Stiftung.

Die unterschiedlichen Verglasungen kreierten spezifische Lichtsituationen. Besonders spektakulär an diesem Schulturm sei die vierseitig verglaste Turnhalle auf dem Dach. Wer hier Sport treibe, habe das Gefühl, sich im Freien zu bewegen.

Vergeben hat die Velux-Stiftung den Tageslicht-Award auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Departement Architektur der ETH Zürich und dem Architekturrat der Schweiz. In die Endrunde geschafft hatten es sechs Objekte.