Hanro-Areal

Hanro-Areal für Kulturentwicklung frei

Sichergestellt: Die rund 40 Gewerbebetriebe im Hanro-Areal müssen ihren Platz nicht räumen. Die neuen Eigentümer des Geländes wollen sämtliche Mietverträge mit den Nutzern übernehmen und verlängern. (bz-Archiv/Patrick Moser)

Hanro

Sichergestellt: Die rund 40 Gewerbebetriebe im Hanro-Areal müssen ihren Platz nicht räumen. Die neuen Eigentümer des Geländes wollen sämtliche Mietverträge mit den Nutzern übernehmen und verlängern. (bz-Archiv/Patrick Moser)

Die neuen Eigentümer des Hanro-Areals wollen den Erhalt der jetzigen Gewerbbetriebe sicherstellen und das Gelände behutsam entwickeln. Wohnungen sind auch geplant.

Alessandra Paone

Das Bangen um die Existenz der im Hanro-Areal eingemieteten Gewerbbetriebe hat definitiv ein Ende. Die Arlesheimer Stiftung Edith Maryon und die CoOpera Sammelstiftung PUK mit Sitz in Ittingen haben gestern das Areal der Hanro AG am Benzburweg in Liestal per 31. Juli 2009 erworben. Damit sei der Erhalt grosser Teile der Bausubstanz sowie der bestehenden Mischnutzung aus Gewerbe-, Sozial- und Kulturbetrieben sichergestellt, schreiben die neuen Eigentümer in einer Pressemitteilung.

Nachdem das Referendumskomitee «Für die Hanro» letzten Winter sein Ziel erreichte und die Liestaler Stimmbürger den Quartierplan «Hanro-Park» bachab schickten (siehe Update), mussten Zukunftslösungen gefunden werden. Die Eigentümerin der Hanro AG, die Huber Holding AG, habe sich gegenüber den Mietern und Nutzern des Areals stets fair verhalten, sagt Heiner Karrer, alt Stadtrat und Präsident des Referendumskomitees. «Durch das Referendum haben wir die Pläne der Huber Holding AG, das Hanro-Areal zu verkaufen, verhindert. Wir wollten dem Unternehmen deshalb entgegenkommen und einen Investor suchen», berichtet Karrer.

Die Gemeinschaft der Nutzer auf dem Hanro-Gelände betrachte die neuen Eigentümer als «verständnisvolle Partner», so Karrer. Deren Vorstellungen würden im Wesentlichen jenen des Komitees entsprechen. Die Stiftung Edith Maryon ist im Kanton Baselland als gemeinnützig anerkannt. Ihre Aufgabe ist es, Anregungen für neue soziale Partnerschaften zwischen Eigentümern und Nutzern zu initiieren und diese auch für den Alltag in Form von konkreten Projekten umzusetzen. Sie ist unter anderem als Trägerin des Gundeldinger Feldes und des Unternehmen Mitte Basel bekannt. Die CoOpera Sammelstiftung PUK ist die Pensionskasse für Unternehmen, Künstler und Freischaffende.

Sämtliche Mietverträge sollen übernommen werden. «Dies wurde im Kaufvertrag so geregelt», bestätigt Christoph Langscheid, Geschäftsführer der Stiftung Edith Maryon. Auch die Hanro AG wird mit Outlet-Laden und Verwaltung vor Ort bleiben. Ein besonderes Anliegen ist den neuen Eigentümern, dass die Schule für offenes Lernen (SOL) weiterhin auf dem Areal bestehen und sich sogar weiterentwickeln kann. Auch wollen sie dem Willen der Hanro AG, den per Ende 2010 auslaufenden Mietvertrag mit der Pädagogischen Hochschule um fünf Jahre zu verlängern (die bz berichtete), Rechnung tragen.

Quartierplan soll überarbeitet werden

Die neuen Eigentümer wollen das ehemalige Fabrikareal «behutsam entwickeln». Deshalb würden in einem ersten Schritt Gespräche mit den jetzigen Mietern und Nutzern geführt und deren Bedürfnisse verfasst, sagt Langscheid. In einem weiteren Schritt solle der Quartierplan in Zusammenarbeit mit Barbara Buser und Eric Honegger, den Initianten des Areals Gundeldinger Feld, und in Absprache mit dem Komitee «Für die Hanro» sowie der Stadt Liestal überarbeitet werden. Gleichzeitig solle abgeklärt werden, welche neuen, zusätzlichen Nutzungen das Areal bereichern könnten. Ungefähr 30 Prozent der insgesamt rund 21 000 Quadratmeter vermietbaren Fläche steht derzeit für weitere Nutzungen zur Verfügung. Auf Teilen des insgesamt knapp 36 000 Quadratmeter grossen Geländes seien auch Wohnungen geplant, betont Langscheid.

Letzteres freut Stadtpräsidentin Regula Gysin besonders. Denn Liestal sei in erster Linie eine Wohnstadt. Als Kulturverantwortliche begrüsst sie auch, dass sich die Eigentümer für Kulturschaffende einsetzen. Die planerische Blockade nach der Referendumsschlappe sei nun gelöst und der Weg frei für einen neuen Quartierplan, zeigt sich Gysin optimistisch.

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