Tanzfest Basel

Hacke, Spitze, hoch das Bein!

«Kill Your Darlings» heisst das Stück des Choreografen Joshua Monten (rechts im Bild) , das am Samstag um 17 Uhr auf dem Rümelinsplatz zu sehen ist. Christian Glaus

«Kill Your Darlings» heisst das Stück des Choreografen Joshua Monten (rechts im Bild) , das am Samstag um 17 Uhr auf dem Rümelinsplatz zu sehen ist. Christian Glaus

Schweizweit findet dieses Wochenende das Tanzfest statt. Die Basler Ausgabe eröffnet heute im Theater Roxy.

Als Homer vor rund 2800 Jahren in seiner Ilias die Chorea beschrieb, ahnte er wohl kaum, zu welchem Ruhm es das Tanzen dereinst bringen würde: In 28 Schweizer Städten und einer französischen Satellitenstadt gibt es an diesem Wochenende gleich hundertfach Gelegenheit, sich mit den zeitgenössischen Formen der Umsetzung von Gefühlen in Bewegung auseinanderzusetzen. Die elfte Ausgabe des schweizweiten Tanzfests steht im Zeichen der Verbindung. Menschen jeglichen Alters und mit unterschiedlichen geografischen, kulturellen und sozialen Hintergründen sollen gemeinsam die Vielfalt der Tanzszene erleben und geniessen können, so wünschen es sich die Organisatoren. Über 100 Veranstalter wirken in diesem Jahr zusammen, koordiniert vom Tanznetzwerk Schweiz (Reso), sowie lokalen Organisatoren.

Das Tanzfest Basel wird am Freitagabend mit «Mixed Pickles #5» offiziell eröffnet. Die am Theater Roxy hausgemachte Produktion vereint sechs unterschiedliche Kurzchoreografien von Profi- und Nachwuchstanzenden in einer Veranstaltung. Damit ist sie der ideale Einstieg in das Tanzwochenende, bei dem vom absoluten Tanzmuffel bis zur enthusiastischen Kennerin für jeden etwas dabei sein soll.

Festivalpass nur 15 Franken

«Das Tanzfest ist durchaus auch als Sensibilisierungsmassnahme gedacht», erklärt die Organisatorin des Basler Ablegers und Leiterin des Tanzbüros, Ursula Haas. «Wir wollen auch die erreichen, die vielleicht sagen: Tanz verstehe ich nicht.» Haas organisiert das Tanzfest Basel bereits zum zweiten Mal in Folge. «Letztes Jahr haben wir viel gelernt im neuen Team, deswegen laufen die Vorbereitungen dieses Jahr viel entspannter als 2015.» Angesichts des beachtlichen Programms klingt das fast verwunderlich.

Für nur 15 Franken können Tanzfestpass-Inhaber zwischen Freitagmittag und Sonntagabend insgesamt 16 Performances, 21 Tanzkurse und eine Party besuchen. Den Themen der Begegnung, des Austausches und des Teilens nähert sich das tänzerische Angebot dabei auf vielfältige Weise. Ausser im öffentlichen Raum sollte man bei den Veranstaltungen auf den Bühnen der Partnerhäuser Kaserne Basel, Theater Roxy und Theater Basel wegen limitierter Platzanzahl reservieren.

Am Samstag sind mit «Mysterion» von Kiriakos Hadjiioannou und «Melancholia» von Sebastian Nübling und Ives Thuwis zwei Basler Heimspiele zu sehen. «Melancholia» ist eine Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater Basel und beschäftigt sich musikalisch und tänzerisch mit der Frage, ob Schwermut auch zu etwas Positivem führen kann. In «Mysterion» geht der Choreograf Hadjiioannou mit seiner Truppe «Antibodies» dem Schamanismus und anderen Alltagsritualen auf den Grund. Auf dem Rümelinsplatz kann man Tanzprofis beim Training begegnen, Ioannis Mandafounis zeigt im Innenhof des Kunstmuseums seine Arbeit «One One One».

Am Sonntag ist unter anderem «Private – Wear a mask when you talk to me» von Alexandra Bachzetsis in der Kaserne Basel zu sehen. Die international erfolgreiche Künstlerin setzt sich in ihrem Solo multimedial mit der Frage nach ihrer eigenen geschlechtlichen Identität auseinander. In «.Interim.» geht es um die Verbindung von Sinneswahrnehmungen, Erinnerungen und Bewegung. Das Stück von Margarita Kennedy ist eine von vier Produktionen, die von einer Jury eigens für das Tanzfest Basel ausgewählt wurde.

Schnupperkurse am Sonntag

Alle 21 Schnupperkurse finden am Sonntag statt. Von Salsa über Lindy Hop, indischen Tempeltanz und Ballett für Kinder ist alles dabei, was das Tänzerherz begehrt. Wer will, kann von 10 Uhr morgens bis um 18.30 Uhr durchsteppen. Auch die Party mit #Rundfunk am Samstagabend im Werkraum Warteck ist im Festivalpass inbegriffen. Extra kostet ausschliesslich der Tanzfest-Brunch am Sonntagvormittag, der ebenfalls im Werkraum Warteck stattfindet.

Spätestens gegen Ende dieses Wochenendes dürfte dann irgendwo zwischen allegorischem und realem Jenseits Helvetia Homer zum Tanz auffordern.

Tanzfest 12.–16. Mai 2016

28 Städte und Gemeinden aus 15 Kantonen sowie eine Stadt im benachbarten Frankreich sind Spielorte des Tanzfests.

In Basel finden Performances, Tanzkurse und eine Party statt.

Beginn ist am Freitag um 11 Uhr,

Ende am Sonntag um 22 Uhr.

Komplettes Programm unter

www.dastanzfest.ch

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