Hans Peter Schläfli

Die Ausstellung «about 50» im Kunsthaus, die grafische Werke von Samuel Buri, Peter Emch, Daniela Erni, Rolf Iseli und Patricia Schneider zeigte, wurde gestern beendet. Diese fünf Künstlerinnen und Künstler nahmen mit ihren Werken in den vergangen fünf Jahrzehnten an der Triennale teil, und sie habe dazu beigetragen, die Originalgrafik als Kunstmedium in der Schweiz lebendig zu erhalten.

Das Schlussbouquet der Ausstellung war ein Podium mit Personen der ersten Stunde der Triennale. Toni Brechbühl, Gründungsmitglied der Triennale, Archivar des Künstlerarchivs und langjähriger Galerist, Joseph Marti, ehemaliger Mitarbeiter der Triennale und Hanspeter Rentsch, ehemals Präsident der Triennale und Stiftungsratspräsident Stiftung Kunsthaus, erzählten aus früheren Zeiten und diskutierten mit dem Publikum.

Anekdoten von Brechbühl

Der 90-jährige Toni Brechbühl konnte einige Anekdoten erzählen und die rund 30 Anwesenden zum Lachen bringen. So sprach er über seinen ständigen Kampf mit den Zollbehörden, oder wie er von der chinesischen Botschaft ein neues Mao-Büchlein zugeschickt bekommen hatte, nachdem der Botschafter ein angesengtes Exemplar als «Objet Brûlé» in seiner Galerie ausgestellt gesehen hatte.

Hanspeter Rentsch erinnerte an die Aufbruchstimmung, die zu seiner Zeit als Präsident der Triennale in Grenchen geherrscht hatte: «Das Parktheater und die ersten Hochhäuser wurden in Grenchen gebaut, wir erlebten einen Boom.» Ganz Grenchen habe sich damals für die Triennale begeistert und mitgeholfen. Rentsch betonte auch die heutige Bedeutung der Triennale für das Image der Stadt. «Sie ist beste Werbung und ein wichtiger Standortfaktor.»

Wie er vom Erfolg fast erschlagen wurde, beschrieb Joseph Marti. Denn nachdem die erste Triennale über die Botschaften und die Künstlerpresse in der ganzen Welt ausgeschrieben worden war, seien über 1000 Werke eingeschickt worden - die Marti als erstes auspacken musste. «Es ging mir wie dem Zauberlehrling. Ich dachte: Herr, die Not ist gross.»

«Es war sehr schön zu sehen, wie der Funke der drei Podiumsteilnehmer auf das Publikum übergesprungen ist», zog Eva Inversini, Künstlerische Leiterin Kunsthaus Grenchen, eine positive Bilanz. So war man sich am Ende einig: «Ich wünsche mir mindestens weitere 50 Jahre Grenchner Triennale", brachte es Toni Brechbühl auf den Punkt.