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Glitzer und Glamour für über 60-Jährige

Die Modeschau von Pfauen an der Muba

Glitzer und Glamour stehen auch über 60-Jährigen

Die Modeschau von Pfauen an der Muba

Zwei Modeschauen an der Muba beweisen, dass die Mode für die ältere und die jüngere Generation nicht so weit auseinander liegt

Drei modisch gekleidete Damen schreiten den Laufsteg in der Mubahalle 2 auf und ab, aus den Musikboxen dringt die sanfte Stimme des amerikanischen Sängers Seal, der seinen Titel «Amazing» singt. Die Models tragen sportliche Jeans, violette Blusen, kombiniert mit einem grauen Gilet. Pink, gelb, türkis, violett und rot dominieren zudem die verschiedenen Outfits. Einmal ist der orange Pulli locker über die Schulter geworfen, ein andermal liegt die türkise Ledertasche nicht minder légère in der Hand. Die Farben und Schnitte der Kleidung sind aktuell und wecken Vorfreude auf den bald einziehenden Frühling.

Was nach der Schilderung einer professionellen Modeschau mit Mädchen und Männern in den Hauptrollen klingt, ist in Wirklichkeit der Auftritt von Damen zwischen 60 und 70 Jahren. Die acht Models sind Laien und treten an der Muba auf der Plattform «Älter werden macht Spass» auf.

Organisiert hat das Forum René Fasnacht: Älter zu werden sei nicht zwingend mit krank werden verbunden, sagt er. Vielen Menschen bedeute das Älterwerden etwas Negatives. Fasnacht will diesen Gefühlen sowohl bei den Senioren, als auch bei den jüngeren Generationen mit seinem Projekt gegensteuern. «Deswegen der etwas provokative Titel», betont der Pensionär.

Für alle Frauen und Männer aller Generationen, für grosse, kleine, schlanke und molligere laufen ein paar Schritte weiter – auch zu modernen Rhythmen – Models ab 20 Jahren den «Catwalk» vor vollen Rängen hinunter. Von sportlichen Jeans-Shirt-Kombinationen über klassische schwarze Anzüge, und Abendroben bis hin zu orientalisch angehauchten Hosenkleidern reicht das Sortiment der professionellen Models. Die Farben der präsentierten Mode aber sind dieselben, die auch ihre älteren Kolleginnen auf dem Laufsteg nebenan kombinieren.

Auch choreografisch stehen die Models im Seniorenalter ihren jungen Pendants in nichts nach. Faszinieren die Profis mit Breakdance-Einlagen, haben sich auch die älteren Damen zu elektronischer Musik kreative Bewegungsabfolgen einfallen lassen. Zuschauerin Hanna Lüdin aus Gelterkinden fühlt sich von der Modeschau unter dem Titel «Älter werden macht Spass» zwar angesprochen. Allerdings würde sie Blusen in extremen Farben wie Pink oder Orange nicht anziehen. «Diese Farben sind nächstes Jahr nicht mehr modern. Ältere Frauen und Männer kaufen sich nun mal nicht jedes Jahr neue Kleider.» Ihr gefalle vor allem rot und schwarz.

Bunt gemischt ist das Publikum der Modeschau für Junge. Die 70-jährige Marlies Wyder und ihre Freundin Imelda Schaad aus Therwil sind begeistert vom Auftritt. «Mir gefällt die Mode hier sehr. Ich würde das meiste aber nicht anziehen. Ausser vielleicht die etwas weiter geschnittenen Blusen», erklärt Wyder. Schaad gibt sich etwas mutiger: «Wäre ich schlanker, würde ich in der Kollektion ein Kleidungsstück finden», sagt die 59-Jährige.(mum)

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