Theater Basel

Georges Delnon: «Es braucht eine grössere Beteiligung von Baselland»

«Die Baselland-Diskussion muss weitergehen.»

Georges Delnon:

«Die Baselland-Diskussion muss weitergehen.»

Georges Delnon, seit 2006 Direktor des Theaters Basel, ist im Endspurt. Bevor er Mitte 2015 nach Hamburg zieht, will er noch einige herausragende Produktionen hier verwirklichen.

Die letzte Spielzeit war fürs Theater prekär, die finanzielle Unsicherheit erschwerte die Planung. Können Sie wieder normal arbeiten?

Georges Delnon: Ja, ganz normal. Jetzt haben wir bis zu meinem Weggang die Rahmenbedingungen, die wir schon immer wollten. Basel-Stadt ist mit insgesamt 4,5 Millionen Franken für Baselland in die Bresche gesprungen. Durch die Stiftung sind ein paar weitere Millionen zusammengekommen. Wenn man den neuen Sponsor IWB dazurechnet und schaut, wer uns nun neben dem Staat alles unterstützt - Private, Firmen, Sponsoren - dann ist das ein enormer Schritt im Vergleich zu meinem Antritt. Das Haus wird heute anders und viel breiter gestützt.

Ersetzt der private Sponsor nun die Zusatzgelder von Baselland?

Nein, die Baselland-Diskussion muss weitergehen, unbedingt. Jetzt haben diese alle schon bisschen vergessen. Das finde ich schade, das muss wieder aufs Tapet kommen: Es braucht einfach eine grössere Beteiligung von Baselland. Das ist unumstritten.

Ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin wird dieses Eisen wieder anpacken müssen. Was raten Sie ihr, wie soll diese Person das angehen?

In der Schweiz ist das anders als in Deutschland, hier ist man einer von vielen Playern in so einem Mechanismus. Ich glaube matchentscheidend ist, ob man sich auf höchster politischer Ebene einig wird, also zwischen den Regierungen.

Die Auslastung des Schauspiels ist die letzten Jahre gesunken. Seit dieser Spielzeit hat ein neues Trio diese Sparte in der Hand. Zahlen geben Sie keine bekannt, aber sieht man schon eine Tendenz?

Nein. Aber man kann feststellen, dass das neue Schauspielteam sich irrsinnig viel einfallen lässt, um einen Boden und Kontakt zum Publikum zu schaffen. Neben den Produktionen gibt es etwa diese Bar aux Fous und bald auch kleine Auftritte ausserhalb des Theaters. Ich denke, es muss erst mal sehr, sehr viel gesät werden. Und die Ernte wird zunächst bescheiden sein. Solche Änderungen brauchen ihre Zeit, das Publikum muss sich neu zurechtfinden. Aber ich habe den Eindruck: Man redet über die neuen Produktionen; es gibt auch einen wachsenden Fanclub.

Was möchten Sie in ihren letzten zwei Jahren noch erreichen?

Wir arbeiten auch nächstes Jahr mit ganz tollen Regisseuren zusammen - da gehören wir in Europa zu den privilegiertesten Häusern. Mit denen wollen wir einige herausragende Projekte realisieren. Und natürlich möchten wir finanzielle Stabilität. Es ist nach wie vor mein Ziel, dieses Haus meinem Nachfolger in einem besseren Zustand zu übergeben, als ich es antraf.


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