Sarah Jordi

Mehr oder weniger pünktlich betraten Jan Dettwyler, besser bekannt als Seven und ein Teil seiner Band kurz nach 21 Uhr die grosse Bühne der Kulturfabrik Kofmehl. Gespannt rückten die Besucher näher. Das Konzert war zwar lange nicht ausverkauft, es hatte jedoch bedeutend mehr Fans vor der Bühne als noch vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Nach einem eher ruhigen Anfang legte die insgesamt achtköpfige Band dann mit gewohntem Groove richtig los. Bereits nach den ersten drei Songs war Seven in den Kleidern von Paul Kehl schweissüberströmt, was ihn aber nicht im Geringsten zu stören schien. «Play that funky music, white boy! Seven ist einfach das Beste was die Schweiz an Soul und Funk zu bieten hat!», sagt Desiree Burkhart (32) aus Grenchen, während eben dieser auf der Bühne den Song «Wish Of A Fool» aus dem neuen Album spielt. Das vorwiegend weibliche Publikum ist von Anfang an begeistert und singt die meisten Texte mit. Auch die männlichen Fans die sich zu Beginn des Konzertes eher mit Kopfnicken und Fusswippen begnügt haben, lassen sich immer wie mehr von der ausserordentlich guten Band mitreissen. Ein besonders schöner Moment ergibt sich, als der charismatische Sänger ungefähr nach der Hälfte des Konzerts die Songs «Down», «Golden Stairs» und einige weitere Stücke ganz ruhig und nur begleitet von Gitarre und Bass zum Besten gibt. Diese Lieder werden zwar nur kurz und ungewohnt ruhig angespielt, bescheren dem Publikum aber eine angenehme Verschnaufpause. Danach geht es rasant weiter mit «High», «Wake Up» und «Like a Rocket».

Abwechlungsreiches Konzert

Während der ganzen Show präsentiert der Schweizer Soulstar vor allem die Songs seiner neusten Platte «Like a Rocket». durchzogen mit einzelnen Stücken älterer Alben. Trotz der guten Leistung der gesamten Band merkt man, dass manche Songs noch nicht ganz so gut sitzen wie die vielgespielten Songs des vorherigen Albums «Home». Leider sind die beiden Background-Sängerinnen nicht gleich angezogen und auch nicht immer synchron in ihren Bewegungen. Das neonfarbene Kleid von Karin passt überhaupt nicht zum silbernen «Alufolienkleidchen» von Jizelle, was das Gesamtbild der eigentlich sehr gut gekleideten Band doch etwas abwertet. Diesen kleinen Minuspunkt machen die gut gelaunten Background-Sängerinnen und Seven mit starken gesanglichen Leistungen jedoch schnell wieder wett. «Das Konzert war sehr abwechslungsreich und darauf ausgelegt, dass Seven sich und seine Stimme voll in Szene setzen konnte. Dies jedoch ohne seine Mitmusiker zu Statisten zu degradieren», meint Thomas Christ aus Bettenhausen. «Ausserdem ist der Sound in der Halle absolut genial.»

Der Auftritt des Geburtstagskinds

Der sympathische Aargauer räumt der Band und dem Background-Gesang viel Platz ein, um deren Können ins rechte Licht zu rücken. So lässt er es sich nicht nehmen, den einen oder anderen Song spontan in einer Jam-Session enden zu lassen und lange instrumentale Zwischenteile einzubauen, in denen die Band richtig Gas geben kann. Besonders der Bruder von Seven, Micha Dettwyler, begeistert an seinem Geburtstag am Schlagzeug.

Ein weiteres Highlight sind die spärlich gesäten gesanglichen Einsätze von Gitarrist Andi Allenbach, der mit wunderschön tiefer Stimme einen passenden Gegenpool zur eher hohen Stimme von Sänger Seven und dessen Background-Sängerinnen setzt. Einmal mehr beweist Seven, dass der Soul durch seine Adern fliesst und er locker mit grossen amerikanischen Soul- und R'n'B-Künstlern mithalten kann. «Das Konzert war super! Halt nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen», schwärmt Toyah Frey (20) aus Zuchwil. Den Schlusspunkt des insgesamt sehr guten Auftritts setzt Seven mit einer sehr schönen Version seines aktuellen Hits «Lisa».