Lukas Schumacher

Maja Boog, Publikumsliebling am Theater Basel und international gefragte Sopranistin, tritt am Samstag in der Bremgarter Stadtkirche St. Nikolaus auf.

Guten Tag Frau Boog, haben Sie fünf Minuten Zeit für die Beantwortung einiger Fragen per Telefon?
Maya Boog: Ja, gerne, aber viel länger darf es nicht dauern. Ich muss dringend einiges erledigen.

Bremgarten freut sich auf Ihren Auftritt. Wie gross ist Ihre Vorfreude?
Boog: Die ist sehr gross. Zur Aufführung gelangt ja die Nicolaimesse, ein wunderbares Werk von Joseph Haydn. Dabei wird fast ausschliesslich im Quartett gesungen. Für mich ist das beinahe ein Familienkonzert, ein sehr reizvolles Familienkonzert.

Weshalb Familienkonzert?
Boog: Ich kenne selbstverständlich die drei andern Solosänger sowie mehrere Intstumentalisten, die in Bremgarten mitspielen. Es wird also gemeinsam in einem fast familiären Rahmen konzertiert.

Wann sangen Sie zum letzten Mal bei einem Festgottesdienst in einer Kirche?
Boog: Oh, das liegt einige Jahre zurück. Es war während meiner Studienzeit in Luzern, wo ich nebst Gesang und Chor auch Kirchenmusik studierte.

Wie kommt es, dass Sie in der Stadtkirche Bremgarten singen?
Boog: Ich war einst Schülerin in der Kantonsschule Enge in Zürich. Heute unterstütze ich den Kantichor Enge gelegentlich bei Projekten. Marco Castellini unterrichtet an der Kantonsschule Enge Musik. Castellini, der in Bremgarten wohnende Kirchenmusiker und Leiter des dortigen Kirchenchors, fragte, ob ich Lust zum Mitmachen habe.

Was halten Sie grundsätzlich von Gottesdiensten mit Musik und Gesang?
Boog: Gottesdienste mit Musik und Gesang finde ich bereichender als reine Wortgottesdienste. Das geht wohl den meisten Leuten so. Musik und Gesang vermögen viel stärker zu berühren. 1000 oder noch mehr Worte schaffen das nicht.

Wie fühlt man sich eigentlich als Zürcherin, die in Basel wohnt?
Boog: Sehr gut, mir gefällts am Rhein bestens. Von der altbekannten Rivalität zwischen Baslern und Zürchern bekomme ich in meinem Freundeskreis praktisch nichts mit, ausser gelegentlichen kleinen Sprüchen und Witzen.