Urs E. Kneubühl

Es sind fünf kunstschaffende Frauen aus der näheren und weiteren Umgebung des Bezirkshauptorts, welche in der aktuellen Wechselausstellung in den Räumlichkeiten des Spitals Affoltern Akzente setzen. Malerei in verschiedenen Techniken - vom klassischen Aquarell bis zur experimentell-abstrakten Acrylmalerei - in verschiedenen Stilen, mit verschiedenen Motiven machen die Palette des künstlerischen Ausdrucks höchst vielfältig, die Ausstellung ausnehmend spannend.

Silvia Derrer und Mirjam Wydler

Wir starten im Behandlungstrakt, beim Haupteingang des Akutspitals an der Sonnenbergstrasse rechts, wo Silvia Derrer, Widen, ihre Werke in Acryl-Mischtechnik auf Leinwand zeigt. Die abstrahierten Darstellungen von Eingebungen, Momenten und von Stillleben sind vielfältig strukturiert aufgebaut, hier als Collage, dort bunt farbig oder mit Betonungen in Silber und Gold. „Das Malen ist ein wichtiger Teil meines Lebens", sagt Silvia Derrer, „ein harmonisch inszeniertes Spiel der Farben, von unterschiedlichen Stimmungen inspiriert."

Farbe als bildhauerisches Material eingesetzt, definiert die in Maschwanden geborene Mirjam Wydler ihre in Mehrschichtentechnik aufgebauten farbigen Bildkompositionen, die in der Abteilung Innere Medizin gezeigt werden. „Die Materialität und die Präsenz der Farbe sind vordergründig, der Arbeitsprozess beendet, wenn die Farbe den richtigen Charakter erreicht hat." So erhalten die Schöpfungen der in Wien studierten Bildhauerin durch zarte, lasierende Töne und durch Vermischung und Verschmelzung von Farben viel Fluss und eigenen Charakter.

Franziska Abu Shibika und Ruth Elsenhans

Linear, abstrakt sind die Aquarelle und Aquarell-Collagen von Franziska Abu Shibika, Schlieren, die in der Chirurgie und im Korridor zur Bibliothek ausgestellt sind. Abu Shibika abstrahiert die Formen, befreit sie von Besonderheiten des Konkreten und nähert sie geometrischen Formen an. Vornehmlich in Pastellfarben gehalten und in Aquarell-Laviertechnik kombiniert, gemahnt manches ihrer Werke in seiner simplen symbolhaften Bildsprache an „primitive Kunst".

Ruth Elsenhans, Sins, Ausstellung ist zweigeteilt. Ihre vorwiegend klassischen Aquarelle, sind sowohl in der Physiotherapie, als auch im Haus Lindenberg zu sehen. Licht, leicht und filigran malt Elsenhans florale Motive, Landschaften und Stillleben, ausgedünnt und zerbrechlich in durchscheinenden Farben. Die Auseinandersetzung mit Pinsel und Farben sieht sie dabei genauso als ein anhaltender Prozess, wie die Präsentation der Aquarelle - klassisch hinter Glas, aber auch auf Holzträger aufgezogen.

Elsbeth Gubler: Acryl auf Holz

Ganz oben, in der Frauenklinik, sind Aquarelle auf Leinwand und Holz von Elsbeth Gubler, Zürich, zu sehen. Natur, Landschaften und Stimmungsaufnahmen hat Gubler festgehalten, meist mit filigranen Strichen, grosser Detailverliebtheit und ebenso grundsätzlich mit einem stattlichen Anflug von Peintre Naïf sowie mit klar und eindeutig gesetzten Farbakzenten. Vorwiegend idyllische, mit grosser Sorgfalt entwickelte Stimmungen sind es, welche die friedliche und menschenwürdige Atmosphäre am Spital Affoltern zusätzlich unterstützen.

Am Mittwoch, 30. September 2009, 18.30 Uhr, findet der traditionelle öffentliche, geführte Rundgang durch die Ausstellung statt. Treffpunkt ist in der Eingangshalle des Akutspitals an der Sonnenbergstrasse 27. Der Rundgang dauert ca. eineinviertel Stunden und endet mit einem Apéro. Anmeldung ist nicht nötig. Die Ausstellung dauert bis Februar 2010.