Konzert

Frühlingsklänge der Brass Band Imperial in Lenzburg

Die B-Formation der Brass Band Imperial verdiente sich im alten Gemeindesaal von Lenzburg viel Applaus

Brass Band Imperial B

Die B-Formation der Brass Band Imperial verdiente sich im alten Gemeindesaal von Lenzburg viel Applaus

Die musikalische Stilpalette am traditionellerweise von der B-Band bestrittenen Frühlingskonzert der Brass Band Imperial war von grossem Umfang. Sowohl das Spiel als auch die Musiker überzeugten die Zuhörer in Lenzburg durch eine imposante Ausstrahlung.

Von Markus Christen

Allein nach dem Durchschnittsalter der Besucher im alten Gemeindesaal geurteilt, hätte es sich beim Auftritt der Imperial auch um ein Rockkonzert handeln können. Was heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr ist, nämlich viele jüngere Zuschauer an einem Blasmusikkonzert zu finden, ist für die Imperial Brass Band eine durchaus nachvollziehbare Situation. Das noch junge Korps spielt eingängige, oft zeitlose Musik in einer so gefühlvollen Ausführung, dass niemand unbeeindruckt bleiben kann.

Es sind diese schwelgerischen Momente, wie das Cornet-Solo von Beat Berner bei «Ne partez pas sans moi», sonst vorgetragen von Celine Dion, die mitten ins emotionale Bewusstsein treffen. Es darf aber darüber hinaus nicht vergessen werden, dass die Musiker auch technisch absolut sicher agierten.

Grossartiges Posaunensolo

Absolut überzeugend war der Auftritt von Josianne Magnin, die im «Morceau Symphonique» mit einem Posaunensolo glänzte. Auch schwierigste Kadenzen spielte sie, so wirkte es zumindest, mit absoluter Leichtigkeit. Unterlegt war das Stück von einem breiten Klangteppich der Bariton- und Bassinstrumente, welcher einen interessanten Kontrast zur Solostimme bildete und für Spannung sorgte. So forderten die Zuhörer im vollen Saal bereits für die dritte Darbietung eine Zugabe.

Neben eigentlichen Brass Band Kompositionen wie dem von Eric Ball geschriebenen Marsch «Star Lake», befanden sich verschiedene bekannte Melodien im Inventar der Imperial. «Bohemian Rhapsody» der Rockgruppe Queen, die wohl komplexeste Popkomposition überhaupt, erhielt durch die Brass-Klänge eine eigenständige Note. Mühelos meisterte das Spiel unter Dirigent Christoph Bolliger die Übergänge von behaglich traurigen, opernhaften und rasenden Abschnitten und liess das Publikum in erstaunter Entzückung verharren.

Vorbereitung für das Kantonale

Kleinere Unsicherheiten traten nach einer nur kurzen Vorbereitungszeit noch bei «Bel-Air» von Goff Richards zutage. Die Band wird das abwechslungsreiche und schwierige Stück über die Nobelwohngegend in Los Angeles im Juni ebenfalls am Solothurner Kantonalmusikfest in Wolfwil vortragen, wo man in der 2. Klasse Brass Band antreten wird.

Nachdem die A-Band an ihrem Neujahrskonzert in Möriken den klassischen Klängen viel Raum eingeräumt hatte, vermochte die B-Band am Frühlingskonzert mit kommerzielleren Kompositionen ebenfalls zu beeindrucken und zeigte mit ihrem Auftritt wie viel Spass das Musizieren, aber auch das Zuhören machen kann. Mit ihrer frischen und selbstbewussten Ausstrahlung ist die Imperial ein wichtiges musikalisches Aushängeschild für Lenzburg.

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