Neujahrsblätter 2010

Freiherren, Ritter und Rüpel im Säuliamt

Das Redaktionsteam des Neujahrsblattes, (v.l.): Ernst Baumann, Silvia Luginbühl, Eduard Waldesbühl, Präsident GGA, Marianne Voss, Präsidentin Arbeitsgruppe Neujahrsblatt und Urs Boller. (Es fehlt Priska Eicher). (Bild: Martin Mullis)

Neujahrsapéro

Das Redaktionsteam des Neujahrsblattes, (v.l.): Ernst Baumann, Silvia Luginbühl, Eduard Waldesbühl, Präsident GGA, Marianne Voss, Präsidentin Arbeitsgruppe Neujahrsblatt und Urs Boller. (Es fehlt Priska Eicher). (Bild: Martin Mullis)

Haben Sie gewusst, dass es im Mittelalter in fast jeder Gemeinde des Knonauer Amtes Adlige gab? Diese Frage stellt die gemeinnützige Gesellschaft des Bezirkes Affoltern in ihrer Einladung zum Neujahrsapéro 2010. Das diesjährige Neujahrsblatt ist ein Abstecher ins Mittelalter und trägt den Titel «Adel und Burgen im Knonauer Amt».

Von Martin Mullis

Der Präsident der gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirkes Affoltern (GGA), Eduard Waldesbühl, durfte hocherfreut weit über hundert erwartungsvolle Gäste zum Neujahrsapéro 2010 willkommen heissen. In seiner kurzen Begrüssung gab er seiner Freude über das grosse Interesse Ausdruck. Zwar gelang es ihm nicht einen Nachfahren der Freiherren von Bonstetten zum Anlass einzuladen. Der Adlige war zeitlich verhindert. Immerhin sicherte dieser der Gesellschaft eine finanzielle Unterstützung zu.

Der GGA Präsident verabschiedete schliesslich Ernst Baumann nach achtjähriger Tätigkeit und somit der Mitwirkung von 8 Neujahrsblätter mit einem herzlichen Dankeschön. Die Präsidentin des Redaktionsteams stellte anschliessend die aktuelle Ausgabe des Neujahrsblatt 2010 vor. Den Umstand momentan infolge eines Unfalls auf Krücken angewiesen zu sein, trug Marianne Voss mit Humor. Sie wäre zu gerne an diesem Anlass als Burgdame samt Ritter und Minnesänger aufgetreten meinte sie mit einem Augenzwinkern.

Herausforderung für das Redaktionsteam

Burgdame mit Ritter deshalb, weil die Ausgabe 2010 einen Blick zurück ins Mittellalter wirft. Marianne Voss betonte, dass es für das Redaktionsteam eine wahre Herausforderung bedeutete sich mit diesem speziellen Thema auseinanderzusetzen. Die extrem anspruchsvolle Aufgabe verlangte intensives Nachforschen. Das Resultat dieser sorgfältigen Arbeit lässt sich denn auch durchaus blicken. Die gediegene und ansprechende Schrift enthüllt spannende Überlieferungen aus lang vergangenen Zeiten. Wer hätte es vermutet, dass es früher im Säuliamt einmal von Adligen, Freiherren und Rittern nur so gewimmelt haben muss?

Allein das Inhaltsverzeichnis liest sich fast wie ein Krimi. Vom Adel des Knonauer Amtes, von den Burgen und Stammsitzen der Aristokratie und von den Freiherren von Bonstetten erzählen die einzelnen Abschnitte. Längst verschwundene oder auch nur noch in Gedenktafeln erwähnte Burgen und Stadtanlagen werden den interessierten Lesern anschaulich und mit vielen Illustrationen vorgestellt. In einem Kapitel erwähnt sind auch die alltäglichen Lebensgewohnheiten im ritterlichen Säuliamt. Ganz offensichtlich war aber diese in den lang vergangenen Zeiten nicht unbedingt immer sinnesfreudig und lebenslustig.

Ritter und Rüpel im Säuliamt

Die Definition vom «dunklen und finsteren» Mittelalter hat sehr wohl ihre Berechtigung. So ist denn auch einer der faszinierenden Abschnitte mit «Ritter und Rüpel» übertitelt. Auch die wohl bekannteste Sage aus dem Säuliamt um die Entstehung des Türlersees wird in der unterhaltsamen Schrift ausführlich erzählt. Die Geologen mögen mit ihrer Behauptung der Türlersee sei durch einen Erdrutsch entstanden, Recht haben. Hingegen die Geschichte der ruchlosen Tat eines Vaters an seiner Tochter und der darauf folgende Fluch, welcher Grund und Boden des Verräters in einen See verwandelte, besitzt eben alle Beweise einer reizvollen Legende.


Die beachtenswerten Schilderungen im aktuellen Neujahrsblatt der gemeinnützigen Gesellschaft zeigen mindestens eine Tatsache deutlich auf. Die Adligen, Freiherren und Burgen mögen im Säuliamt ausgestorben sein, Rüpel sind hingegen auch in unserer Region noch immer anzutreffen.


Der Apéro gab Anlass, das Neujahrsblatt ausführlich zu begutachten und darüber zu diskutieren. Die Urteile darüber dürfen aber ganz bestimmt als einhellig bezeichnet werden. Das Redaktionsteam hat sich selber übertroffen, äusserste sich eine begeisterte Besucherin. Ganz sicher darf festgehalten werden, dass auf den Tischen des reichhaltigen Apéros neben den edlen Weinen und anderen Köstlichkeiten das Neujahrsblatt 2010 mit der Darstellung der Schnabelburg auf dem Umschlag sozusagen als der aussergewöhnlichste Leckerbissen galt.

Das Neujahrsblatt 2010 «Adel und Burgen im Knonauer Amt» ist zum Preis von 10 Franken erhältlich in der
Buchhandlung Scheidegger, Affoltern sowie bei den Banken auf dem Platz Affoltern, den Weiss Medien AG
in Affoltern oder kann über www.ggaffoltern.ch bezogen werden.

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