Lévi-Strauss gilt als Gründer der philosophischen Schule des Strukturalismus. In seinen Arbeiten übertrug er die strukturale Sprachwissenschaft Roman Jakobsons auf sein Fachgebiet und begründete die strukturale Anthropologie.

Die These, dass der Mensch ihm unbewussten strukturalen Systemen unterworfen sei, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

Sein 1955 erschienener Bestseller "Traurige Tropen" ("Tristes Tropiques") erschien in der Zeit der Entkolonialisierung und spielte bei der Aufwertung sogenannter "primitiver" Völker eine wichtige Rolle.

In seinem vierbändigen Hauptwerk "Mythologica" ("Mythologiques"), das zwischen 1964 und 1971 entstand, befasste sich Lévi-Strauss mit der mündlich tradierten Literatur. Zu seinen bekanntesten Büchern zählt auch die "Eifersüchtige Töpferin" ("La potière jalouse" - 1985). Für seine Arbeiten wurde Lévi-Strauss mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Literatur hatte Lévi-Strauss einen Lehrstuhl für Soziologie im brasilianischen São Paulo erhalten. Dort begeisterte er sich bei Begegnungen mit Indianern für die Feldforschung.

1942 folgte er einem Ruf der New York School of Social Research in New York. Bis 1982 hielt der dreimal verheiratete Franzose unter anderem Vorlesungen am angesehenen Pariser Collège de France.

Von allen Religionen fühle er einzig zum Buddhismus eine Affinität. "Zum einen, weil er keinen persönlichen Gott kennt, zum andern, weil er die Auffassung vertritt oder weil er zulässt, dass es keinen Sinn gibt, dass in der Abwesenheit des Sinns, im Nicht-Sinn, die letzte Wahrheit liegt."