Aarau

Fast wäre der Nebel über der Kaffeeplantage nicht erschienen

Sina Merino liest aus ihrem zweiten Buch, einem Roman. gag

Sina Merino liest aus ihrem zweiten Buch, einem Roman. gag

Die Aarauerin Sina Merino hat am Samstag ihr zweites Werk vorgestellt. Fast wäre der Roman «Nebel über Durban», der von einem Kaffeehändler erzählt, gar nicht erschienen.

Sina Merino wurde in Olten geboren und wohnt in Aarau Rohr. Ihre Eltern stammen jedoch aus Neapel, ihre Tante wohnt in Argentinien. Diese Wurzeln hatten sie vor zehn Jahren inspiriert, sich näher mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Was als Familiengeschichte gedacht war, wurde zu ihrem Erstling «Die Papierfabrik». Nun legt Sina Merino nach – mit ihrem ersten Roman «Nebel über Durban». Im Panini Cultura Caffè in Aarau fand die Vernissage statt.

Vom Piemont nach Südafrika

Der Protagonist der Geschichte, Tristan Damiani, ist Rohstoffhändler und getrieben von seinen Ambitionen und seinem Erfolgshunger. Eines Tages findet er im Briefkasten die Vorladung zu einer Testamentseröffnung. Eine gewisse Mariella Rossi vermacht ihm nicht nur ein Schloss im Piemont und eine Kaffeeplantage in Durban, sondern auch ein Aktienpaket, das ihn plötzlich zum Hauptaktionär des renommierten Kaffeehandelsunternehmens Rossi Holding macht.

Etwas macht Tristan stutzig, er hat die verstorbene Dame nämlich nie gekannt. So muss er sich auf einmal mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen und merkt, dass er auch die Menschen, die er zu kennen geglaubt hat, vielleicht gar nicht so gut kennt. Im geerbten Schloss stösst er auf ein Tagebuch von Mariella Rossi, das sein Leben verändern wird.

Geheimnisvolle Vergangenheit

Die Geschichte ist geheimnisvoll und zugleich, insbesondere wenn es um die Zusammenhänge von Tristans geerbter Firma geht, von einer klaren Nüchternheit. Sina Merino hat viel recherchiert, auch historische Fakten, die dem Leser im Zusammenhang mit dem Schloss und dem Kaffeehandel immer wieder begegnen.

So spielt sich die Geschichte nicht nur im Piemont der Gegenwart ab, sondern auch in der Vergangenheit des Schlosses und von Durban. Dabei geht die Autorin in die Breite, eine Vielfalt von Themen spielen im Buch eine Rolle. Schloss, Kaffee und Südafrika bilden da nur den Anfang.

Drei Jahre vergessen

Fast wäre der Roman gar nicht veröffentlicht worden. Sina Merino hatte das Manuskript nämlich schon im Jahr 2008 fast fertig. Als es jedoch von einer ihr wichtigen Person abschätzig abgetan wurde, warf Merino das Ganze erst einmal in eine Ecke. «Erst 2011 habe ich es zufällig beim Aufräumen wieder gefunden.» Und sie beschloss, dass es nun an der Zeit sei, es doch zu veröffentlichen.

Zusammen mit Benjamin Zumsteg, dem Geschäftsführer der Zumsteg Druck AG und Gründer des Verlages swiboo.ch, wo das Buch online erhältlich ist, sowie Korrektor Werner Strähl hat Merino nach langen Arbeitstagen und -nächten endlich ihren Roman der Öffentlichkeit vorstellen können. «Ich bin sehr glücklich und sehr stolz. In diesem Buch steckt Herzblut», sagt Merino.

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