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Fantoche: Wieder ein Besucherrekord

Fantoche: Wieder ein Besucherrekord

Fantoche: Wieder ein Besucherrekord

Über 33 000 Filmfans besuchten das Animationsfilmfestival Fantoche in Baden, so viele wie nie zuvor. Den internationalen Wettbewerb gewann ein japanischer Beitrag.

Evelyne Baumberger

Mehr als 33 000 Filmbegeisterte pilgerten in den letzten Tagen nach Baden. Damit hat das internationale Animationsfilmfestival Fantoche seinen eigenen Besucherrekord (2009: 31000) erneut gebrochen.

Insgesamt wurden am Fantoche 213 Kurz- und Langfilme aus 38 Ländern gezeigt. «Es war ein sehr schönes Festival», sagte die Medienverantwortliche Luzia Davi am Sonntag. «Besonders freute uns, dass nicht nur viele Langfilme und Abendvorstellungen ausverkauft waren, sondern dass auch die Wettbewerbsblöcke in den Nachmittagsvorstellungen und die Rahmenveranstaltungen sehr gut besucht waren.»

Reise ins Märchenland

Dieses Jahr machte Fantoche mit einem Themenschwerpunkt eine fantastische Reise ins Märchenland. Zum Beispiel mit dem Filmblock «Same but Different: Rotkäppchen-Variationen»: von einer klassischen Erzählvariante aus der DDR über eine erotisch aufgeladene Tex-Avery-Version («Red Hot Riding Hood») bis hin zu einer frechen, zeitgenössischen französischen Rotkäppchen-Variante (T’es où mère-grand?!»).

Im Märchenprogramm wurden aber auch Klassiker wie Lotte Reinigers wunderbarer Silhouetten-Animationsfilm «Die Abenteuer des Prinzen Achmed» gezeigt, am Samstag sogar mit Live-Musik. Oder der japanische Kultfilm «Tonari no Totoro» («Mein Nachbar Totoro»): Da möchte man am liebsten auch wieder Kind sein.

Asiatische Welle

Ein anderer asiatischer Langfilm, die chinesische Produktion «Piercing I», war von ganz anderer Stimmung: Der düstere, regierungskritische Film von Liu Jian beginnt damit, dass ein Unschuldiger von einem Warenhausdetektiv als Dieb verdächtigt und brutal verprügelt wird. Weil man jedoch so beschäftigt ist damit, die schnellen Untertitel zu den langen Dialogen zu lesen, packt der Film erst am Schluss, wo in einer überraschenden Wendung
alle Fäden zusammenlaufen. Mit der Preisverleihung endete Fantoche 2010 am Sonntagabend.

Ein hochgradig absurder, jedoch visuell ruhiger Film gewann den internationalen Wettbewerb: «In A Pig’s Eye» von Atsushi Wada (Japan). «Für seinen Sinn für das Absurde, welcher eine Welt der Besessenheit, der Repetition und des Ritus zelebriert, Vieldeutigkeiten feiert, jedoch gleichzeitig an seiner individuellen Logik festhält», begründete die Jury ihre Wahl.

Der Publikumspreis in dieser Kategorie ging an den norwegischen Film «Sinna Mann» von Anita Killi. Im Schweizer Wettbewerb setzte ein bereits mehrfach ausgezeichneter Film seinen Siegeszug fort: «Miramare» von Michaela Müller erzählt in stürmischen Bildern von zwei Ferienkindern, die an einem Strand in Südeuropa aus der Touristenzone ausbrechen. Hier ging der Publikumspreis an «Heimatland».

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