Jugendspiel Surbtal

Fanfaren im Sherwood Forest

Das Jugendspiel Surbtal übt die Sücke des Jahreskonzerts.

Jugendspiel Surbtal

Das Jugendspiel Surbtal übt die Sücke des Jahreskonzerts.

In einem sechstägigen Trainingslager hat sich das Jugendspiel Surbtal auf das Jahreskonzert vorbereitet.

Silvan Merki

Robin Hood geht durch den friedlichen Sherwood Forest. Eine kurze Fanfare, es kommen ihm Ritter entgegen. Unter ihnen der bösartige Sheriff von Nottingham. Crescendo, die Gegenspieler treffen aufeinander. Majestoso, es kommt zur Auseinandersetzung, zu Beginn noch mit Worten, später mit Waffen. «Gas geben, Leute», ruft Yves Jordi in den Proberaum und bricht die Stelle ab. Augenblicklich lassen 21 junge Musikerinnen und Musiker ihr Instrument auf die Knie sinken und warten auf den Kommentar ihres Bandleaders. Die Bandprobe am Dienstagmorgen ist in vollem Gang.

Vor knapp einer Woche sind die Jugendlichen - zwischen 13 und 20 Jahre alt - aus den Surbtalgemeinden nach Lignerolle im Waadtland gereist. In Register- und Gesamtproben üben sie die Stücke ihres Jahreskonzerts. Bis die Töne sitzen und die Melodien klingen. Die Show am 9. Mai in der Würenlinger Weissenstein-Halle soll ein grosses Ganzes werden, dazu sind neben dem Proben viele weitere Dinge zu erledigen: Man zeichnet die Silhouetten übergrosser, tanzender Menschen auf lange Papierbahnen, experimentiert mit UV-Licht und macht Tausende kleine Schnipsel aus Alufolie für den Glitzerregen. Weitere Überraschungen verrät der musikalische Leiter nicht.

Mozart, Piraten, gespaltene Lippen

«Amadeus, Amadeus» klingt es am nächsten Probetag durch die vielen Räume des grossen Lagerhauses, das abgelegen am Hang über Orbe und Vallorbe liegt. «Das geht noch schneller. Aber bleibt im Rhythmus, so: tata-tadada-Amadeus», erklärt Jonas Märki, der Saxofone und Flöten als Registerleiter betreut. Zwei Etagen höher wiederholen die junge Posaunistin und ihr Kollege eine schwierige Passage von «Vienna Calling», einem anderen Teil aus dem Falco-Hit-Querschnitt, den das Jugendspiel am Jahreskonzert präsentieren wird. Anspruchsvolle Filmmusik aus «Pirates of the Carribean» und weitere bekannte und weniger bekannte Rock- und Popsongs werden zu hören sein.
Gegen Ende der Lagerwoche gilt es, die ersten Abnützungserscheinungen des vielen Probens zu behandeln:

Die Schlagzeuger wechseln ihre Holzschläger. Saxofone und Klarinetten bekommen ein neues Blatt ins Mundstück gespannt. Und die Blechbläser kämpfen mit Salben und Pomaden gegen Fieberblatern und gespaltene Lippen. Trotz dieser Blessuren sind alle der Meinung, dass es wieder einmal das beste Jugendspiellager war. Am Freitagmorgen weckt Präsident Peter Fäs die Mannschaft ein letztes Mal. Mit lauter «James Bond»-Musik und einem Schuss aus dem goldenen Colt, einer Plastik-Wasserpistole, holt er alle aus ihren Schlafsäcken.

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