Langenthal
Er will das Stadttheater weiterbringen

Stadttheaterleiter Reto Lang präsentierte das erste von ihm gestaltete Programm. Es verspricht echte Leckerbissen – «Die Zauberflöte», «Das Phantom der Oper» oder «Die Leiden des jungen Werther» werden im Stadttheater gezeigt. Das Langenthaler Autorentheater «überLand» eröffnet die Saison 09/10 mit einer Uraufführung.

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Stadttheater

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az Langenthaler Tagblatt

Tobias Granwehr

Der Erfolg geht mit neuem Theaterleiter weiter

Die Zahlen (siehe Tabelle) zeigen es: Während andere Häuser über stagnierende oder sinkende Abonnementsverkäufe klagen, konnte das Stadttheater Langenthal in der vergangenen Saison an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Knapp 10 Prozent mehr Abonnemente konnten verkauft werden; insgesamt besuchten 13 901 Personen eine
Eigenveranstaltung oder Koproduktion des Theaters - 830 mehr als ein Jahr zuvor. «Wir können rundum zufrieden sein», sagte denn auch Paula Schaub (EVP), Gemeinderätin mit Ressort Kultur und Sport an der gestrigen Medienkonferenz. Diese Aussage bezog Schaub auch auf die Person des Theaterleiters Reto Lang. In vier Tagen sei es genau ein Jahr her, seit er die Theaterleitung von seinem Vorgänger Hanspeter von Flüe übernommen habe, sagte Lang. Schnell habe er gemerkt, dass dieses Amt viele Funktionen, die anderswo von einem ganzen Team wahrgenommen würden, in einer Person vereine. «Ich habe es aber nie bereut, die Stelle angenommen zu haben.» Rückblickend zeigte sich Lang sehr zufrieden mit der vergangenen Theatersaison, die noch von seinem Vorgänger zusammengestellt worden war. Als Highlight nannte er die Aufführungen von «Lucia di Lammermoor» und «Julius Cäsar» in der Sparte Musiktheater sowie «Play it again, Ray» in der Kategorie Crossover. «Bei dieser Vorstellung schwangen die Langenthaler sogar die Hüften», so Lang. Dass das Sprechtheater mit Aufführungen wie «Der Steppenwolf» oder «Die Grönholm-Methode» rund 8 Prozent mehr Zuschauer als im Vorjahr verzeichnen konnte, freute den Theaterleiter besonders. Das Kindertheater sei dagegen «massiv eingebrochen», sagte er, wobei die Gründe dafür schwierig zu nennen seien. Lobend äusserte sich der Theaterleiter über die Kooperation mit dem Chrämer-
huus, die in der vergangenen Saison erstmals von zwei auf sechs Produktionen ausgebaut worden war. Auch die Einführung des flexiblen Abonnements F habe sich bewährt, so Lang. (oaw)

Seine Begeisterung fürs Theater steckt an. Reto Lang ist nicht nur Theaterleiter, sondern selbst auch leidenschaftlicher Theatergeniesser. Das war gestern bei der Jahresbilanzkonferenz des Stadttheaters Langenthal zu spüren. Lang blickte mit viel Enthusiasmus auf die abgelaufene Spielzeit zurück (siehe Text unten) und präsentierte das neue, erstmals von ihm zusammengestellte Programm. «Es ist ein Mix, zu dem ich stehen kann», sagte der 53-jährige Theaterleiter. Es gelte jeweils, verschiedene Bedürfnisse abzudecken - «schliesslich wollen wir ein Theater für das Publikum machen».

Die diesjährige Theatersaison wird erstmals mit einem speziellen Event eröffnet: Lang, Thomas Multerer, Mitglied der städtischen Theaterkommission, und Schauspielerin Marlise Fischer stellen am 11. Oktober in einer Art «Infotainment» das neue Programm des Stadttheaters genauer vor. Schauspielerischer Auftakt bildet schliesslich die Uraufführung des «Theaters überLand - CH-Autorentheater Langenthal». Das Stück, bei dem Lang Regie führt, trägt den Titel «Die Tote im Weiher - Kathy Mosers erster Fall». Sie wollten damit das Genres des Krimis, das man heute vor allem aus dem Fernsehen kenne, wieder auf die Bühne bringen, sagte Lang.

Kundenfreundliche Organisation

Nach den erfolgreichen Jahren unter Langs Vorgänger Hanspeter von Flüe versucht der jetzige Leiter nun, seine eigene Handschrift einzubringen. Er möchte das Haus weiterentwickeln. Ein Ansatzpunkt sei zum Beispiel, die Organisation des Stadttheaters möglichst kundenfreundlich zu gestalten, sagte er. Inhaltlich ist «informativ» sein Stichwort: «Es werden kommende Saison doppelt so viele Werkeinführungen durchgeführt. Dabei wollen wir auch Gespräche mit Dramaturgen, Regisseuren oder Schauspielern anbieten.» Die Werbeprodukte des Stadttheaters sollen zwar beibehalten werden, aber ein neues Design erhalten. Dazu komme neu der Einsatz von Streuwerbemitteln, so Lang. Für die Theaterbesucher wahrscheinlich am wichtigsten: Die Verkaufstermine. «Im Juli gibt es ein Vorbestellrecht für Abos der bisherigen Abonnenten. Ab August sind dann alle Produkte im Verkauf - also auch Einzelbillette.» Abos können nur bis Ende August bezogen werden. Und erstmals gebe es im August und im September jeweils freitags von 18 bis 21 Uhr ein «Kassenbistro» bei der Theaterkasse. Er konkretisiert: «Dort können Billette gekauft, etwas getrunken und den Theaterverantwortlichen Fragen gestellt werden.»

Noch bevor die nächste Spielzeit begonnen hat, wagte der Theaterleiter sogar einen ersten Ausblick auf die Spielzeit 2010/11: «Wir wollen dann ein Ticketsystem installieren.» Damit will der Theaterleiter das Anliegen eines Postulats von Stadträtin Anita Steiner-Thaler (EVP) aufnehmen. Sie verlangt vom Gemeinderat, die Attraktivierung des Internetauftrittes des Stadttheaters zu prüfen. Gleichzeitig mit einem eigenen Webauftritt plant Lang auch einen Newsletter. Zu dem will er die neue Spielzeit im kommenden Jahr bereits im Mai lancieren, «so wie das die meisten grösseren Theaterhäuser der Schweiz tun».

«Die Zauberflöte» steht über allem

Nebst den vielen organisatorischen Neuigkeiten präsentierte Lang auch das Programm der Spielzeit 2009/10. Dieses darf sich wirklich sehen lassen und enthält einige hochkarätige Leckerbissen. Allen voran sind Klassiker im Bereich der Opern und Operetten zu sehen: «Die Zauberflöte» von Mozart am 14. November, «Nabucco» von Verdi am 15. Januar oder «Der Zigeunerbaron» von Strauss am 4. Dezember. «‹Die Zauberflöte› steht über allem. Es ist eine der bekanntesten Opern, die es gibt», sagte Kommissionsmitglied Multerer. Er freut sich auch auf den Auftritt der «Stars von morgen», die erneut im Langenthaler Stadttheater zu Gast sein werden. Sie waren in den vergangenen Jahren stets ein Publikumserfolg.

Nebst dem «Theater überLand» sind sechs Koproduktionen des Kulturzentrums Chämerhuus, das überdies neu auch das Catering im Stadttheater unter sich hat, zu sehen. Dabei darf man gespannt sein auf den Autritt des Appenzeller Komikers Simon Enzler, das Autorentheater «Das Wasserzeichen» von Hansjörg Schneider und natürlich auf die Lesung des gebürtigen Langenthalers Pedro Lenz mit musikalischer Unterstützung von Patrik Neuhaus.

INFOS zum Stadttheater und zum
Programm: www.langenthal.ch/Kultur/ Stadttheater

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