Kunst

Er malte Solothurn im französischen Stil

Das Werk «Le Pont Neuf à Paris» malte Max Kessler 1920. 1921 kaufte der Kunstverein das Bild für das Kunstmuseum.

Das Werk «Le Pont Neuf à Paris» malte Max Kessler 1920. 1921 kaufte der Kunstverein das Bild für das Kunstmuseum.

Heute Sonntag sind es genau 120 Jahre, seit der Bellacher Künstler Max Kessler geboren wurde.

Max Kessler ist nicht verloren gegangen. Vom Bellacher Maler, der vor 120 Jahren am 23. Juli 1897 in Olten geboren wurde und der 1981 in Bellach starb, wurde im «Azeiger» unter Chiffre das Bild «Alter Hafen an der Marne» angeboten. Und auf der Internet-Verkaufsplattform wird ein Originalplakat von seiner Ausstellung zum 80. Geburtstag im Kunstmuseum angeboten. Nicht existent ist Kessler aber in der kantonalen Künstlerdokumentation. Dort wird er auch nie mehr aufgenommen werden, denn die Dokumentation wurde per Ende 2016 eingestellt. Das Verkaufsinserat gibt Gelegenheit, auf das Leben des Bellacher Künstlers zurückzublicken.

1977, zum 80. Geburtstag von Max Kessler, organisierte André Kamber eine grosse Einzelausstellung im Kunstmuseum Solothurn. Der Katalog, der zu diesem Anlass erschien, gibt Einblick in Kesslers Leben. Dazu sind nachfolgend nur einige, wenige Eckpunkte erwähnt.

Gebürtiger Oltner

Max Kessler lernte Flach- und Dekorationsmaler in Bern. Im Alter von 20 Jahren besucht er die Ecole des Beaux Arts in Genf. Er macht die Bekanntschaft mit Ferdinand Hodler und beteiligt sich an Ausstellungen in Olten, wo er aufwuchs, und in Solothurn.

Im Jahr 1919 beginnt Max Kessler Studien in Paris. Er bezieht dort ein Atelier, das er bis 1928 behält. Nachbar ist der Zürcher Künstler Max Gubler. 1921 findet die erste grössere Ausstellung im kleinen Konzertsaal in Solothurn statt. Sein Auftritt wird in Berichten von drei Zeitungen gewürdigt, ebenso der Ankauf des Werks «Pont Neuf à Paris» durch den Kunstverein Solothurn.

1922, nach Aufenthalten in Belgien, den Niederlanden, Südfrankreich und Italien mietet er sich in Solothurn in der Greibengasse ein Atelier und lebt gegen den Willen seiner Eltern als freier Maler. Rasch ist Kessler in der Kunstszene fest verankert. Sein Atelier wird zum Treffpunkt. Er malt auch die Dekorationen für das Festspiel zur Gründungsfeier der Schützengesellschaft der Stadt Solothurn. 1923 beteiligt er sich an der Ausstellung der Solothurner Künstler im Konzertsaal und führt den Brauch der Vernissage ein.

1925 gründete Kessler mit anderen die Sektion Solothurn der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten. 1929 bezieht er ein Atelier in Feldbrunnen. 1939 baut ihm Hans Bracher ein Atelierhaus in Bellach. Dort heiratet er die Fotolaborantin Elsy Marti, die sich mehr und mehr dem bildnerischen Schaffen hingezogen fühlt. Ab Mitte der 50er-Jahre führt ihre Ausbildung zu einer intensiven Zusammenarbeit mit ihrem Mann im Bereich der keramischen Wandbilder.

Ausstellungen mit seiner Frau

1940, in der Kriegszeit, schreibt Max Kessler einen Mahnruf an Bund, Kantone und Gemeinden unter dem Titel «Kunst und Künstler nicht vergessen». 1943 bis 1945 erteilt er Unterricht an der Malerklasse der Gewerbeschule Solothurn. 1947, zu seinem 50. Geburtstag folgt eine Ausstellung im Museum Solothurn. Gleichzeitig erhält er den Auftrag, das Landammannbildnis (Urs Dietschi) auszuführen. 1951 malt er das grosse Fresko im neuen Schulhaus Grenchen. Es folgen etliche Ausstellungen gemeinsam mit seiner Frau Elsy. Und 1967 die Jubiläumsausstellung im Berufsschulhaus Solothurn.

Nicht verkauft wurde ein weiteres Werk von Max Kessler, das auf Ricardo angeboten wurde. Das als «grosses Oelbild» angebotene «Aare Solothurn» aus dem Jahr 1936 fand keine Interessenten.

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