Kleinkunstmarathon zu Ende

«Einzigartiges Publikum»

Erstaunlich: Das Publikum kam mit ganz unterschiedlichen Facetten von Kleinkunst in Kontakt.

Kleinkunstmarathon

Erstaunlich: Das Publikum kam mit ganz unterschiedlichen Facetten von Kleinkunst in Kontakt.

Von Samstagnacht bis Sonntagnacht fand in Dietikon der Kleinkunstmarathon statt. Annekatrin Ranft-Rehfeldt vom Verein Kellertheater zieht ein erstes Fazit.

Sidonia Küpfer

Der 24-stündige Kleinkunstmarathon ging am Sonntag um Mitternacht zu Ende. Frau Ranft-Rehfeldt, sind Sie schon ausgeruht oder spüren Sie noch Nachwehen?

Annekatrin Ranft-Rehfeldt: Beides. Ich konnte mich ausruhen, aber ich spüre auch die Nachwehen - im positiven Sinn.

Wie viele der 24 Stunden haben Sie selbst verpasst?

Ranft-Rehfeldt: Fünfeinhalb. Aber wir haben alle 24 Stunden auf Video aufgezeichnet und ich hole das Verpasste noch nach.

Was bleibt Ihnen vom Kleinkunstmarathon in Erinnerung?

Ranft-Rehfeldt: Ein sehr erfülltes und glückliches Gefühl und die Gewissheit, dass wir unser Konzept voll umsetzen konnten. Das Programm hat vielen Menschen Freude bereitet und auch ein ganz neues, einzigartiges Publikum angezogen.

Welches waren für Sie die Höhepunkte?

Ranft-Rehfeldt: Für mich war es die einmalige Atmosphäre auf dem Zentrumsplatz in der Halle, die besonders in der ersten Nacht herrschte. Das Zusammenspiel zwischen Raum und Stille, Klang und Weite war speziell. Am Tag änderte sich die Stimmung komplett.

Und vom Programm her?

Ranft-Rehfeldt: Das Duo Full-House, das sozusagen einen Moderationsmarathon von fast zehn Stunden auf drei Bühnen absolvierte, hat gemeinsam mit dem Publikum die Zentrumshalle als Raum für die Kleinkunst erobert. Die Künstler spielten ja auf verschiedenen Bühnen und wann immer die beiden wieder ansagten, dass es auf einer der anderen Bühnen weitergehe, griff ein jeder nach seinem Sofa oder seinem Sessel und wendete ihn. So war das ganze Publikum mitten in der Kleinkunst und ganz nah dran.

Sie sind demnach mit dem Zuschaueraufkommen zufrieden?

Ranft-Rehfeldt: Ja, sehr. Um Mitternacht starteten wir gut mit voll besetzten Sofas. Im Festzelt, wo man essen konnte, war es still. Damit haben wir auch gerechnet. Nach zwei bis vier Stunden wurde das Publikum gegen Morgen dünner. Etwa um 5 Uhr war der Knackpunkt. Ein Teammitglied sagte: Das Flämmchen flackert. Aber ab 6 Uhr, als das Alphorn von Markus Zehnder durch die stillen Strassen von Dietikon tönte, kamen wieder neue Gäste und der Zulauf steigerte sich bis zu einer voll gefüllten Halle, die wir bis zum Abend halten konnten.

Im Vorfeld des Kleinkunst-Tages haben Sie erklärt, dass Sie Dietikon mit dem Kleinkunst-Virus infizieren wollen. Wie sieht da Ihr Fazit aus?

Ranft-Rehfeldt: Ich bin der Meinung, dass uns das sehr gut gelungen ist. Die Dietikerinnen und Dietiker wurden bereits am Samstag mit dem «Virus» infiziert. Viele Menschen gingen mit glücklichen Gesichtern nach Hause und man sah nicht nur Kleintheater-Interessierte, sondern auch ein neues, breites Publikum jeden Alters. Die Künstler waren begeistert, überrascht vom Auftrittsort und inspirierten sich gegenseitig.

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