Lourdes-Grotte

Einem Fräulein aus Schneisingen gewidmet

Die Geschichte der Böbiker Lourdes-Grotte liegt grösstenteils im Dunkeln. Fest steht lediglich, dass sie einem Fräulein Widmer aus Schneisingen gewidmet ist und vor 100 Jahren erbaut wurde. Grund genug, ein kleines Fest zu feiern.

Die Grotte liegt ausserhalb des Dorfes an einem lauschigen Plätzchen im Gebiet Breite-Lochacker und gilt als Ort der Ruhe und Besinnlichkeit. Böbikerinnen und Böbiker, aber auch viele Spaziergänger aus der Region, suchen die Grotte jeweils auf, um Energie zu tanken, in sich zu gehen oder sich Gedanken zu machen über Gott und die Umwelt.

Gemeindeammann Konrad Werder unterstrich bei der kleinen 100-Jahr-Feier am Dienstagabend die Bedeutung der Grotte für das Dorf, auch wenn sie nicht ganz so bekannt und so stark frequentiert sei wie diejenige in Leuggern. Erstaunlich ist, dass über die Grotte praktisch sehr wenig gesicherte Erkenntnisse existieren. Bekannt ist lediglich, dass sie 1909 von den Böbikern Otto Jetzer, Josef Rohner und Alfred Strittmatter erbaut wurde und dass sie einem Fräulein Widmer aus Schneisingen gewidmet wurde. Auf einem undatierten A4-Blatt ist festgehalten, dass die Gemeinde den periodischen Unterhalt sicherzustellen hat, sonst aber keine besonderen Massnahmen notwendig sind.

Diesem Vermerk zum Trotz mussten vor fünf Jahren «besondere Massnahmen» in Form einer umfassenden Restaurierung vorgenommen werden. Jedes Jahr Anfang Mai organisiert der Frauenverein Baldingen-Böbikon zusammen mit Seelsorgerin Hanni Vonlanthen bei der Lourdes-Grotte eine Mai-Andacht. Die diesjährige Feier stand ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens des spirituellen Wahrzeichens der Gemeinde Böbikon. Seelsorgerin Hanni Vonlanthen bezeichnete die Grotte als «Zeugin tief verwurzelter Volksfrömmigkeit».

Pflege der Grotte

Ein Ort der Besinnung benötigt aber auch regelmässige Pflege. Seit Jahren schauen Ernst Laube und Therese Keller bei der Muttergottes-Grotte zum Rechten. Ernst Laube pflegt die Umgebung, Therese Keller ist dafür besorgt, dass die Grotte mit Blumen geschmückt ist und die Pflanzen auch immer frisches Wasser bekommen. (Za)

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