Making Peace
Eine Hommage an die, die sich für den Frieden einsetzen

Gandhi, Martin Luther, Mutter Theresa - daneben die schrecklichen Fratzen des Krieges. Passanten erfahren in der Open-Air-Ausstellung «Making Peace» am Oberen Rheinweg die fünf Rezepte gegen Krieg.

Céline Feller
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Die Ausstellung des International Peace Bureau lockt viele Passanten an, die für einen Moment verweilen und die kurzen Textpassagen lesen oder die Bilder auf sich wirken lassen.
4 Bilder
Making Peace: Ausstellung am Rhein
Ein 40-jähriger Mann und seine zukünftige, erst 11-jährige Ehefrau.

Die Ausstellung des International Peace Bureau lockt viele Passanten an, die für einen Moment verweilen und die kurzen Textpassagen lesen oder die Bilder auf sich wirken lassen.

Roland Schmid

«Was ist das?», sagt ein kleiner Junge zu seiner Mutter und zeigt dabei auf ein Bild. Die Mutter erwidert, dass das kleine Mädchen, welches auf dem Plakat zu sehen ist, darauf warte, dass sie von einem privaten Wasserhändler etwas zu trinken bekomme. «Und hier fischen die Leute alle zusammen, oder?», fragt der kleine Junge beim Betrachten des zweiten Bildes auf dem Plakat. «Nein, sie sammeln Wasser aus einem riesigen Brunnen», erklärt die Mutter. Der Junge schaut noch einmal die Bilder an, dreht sich um, und läuft an der Hand seiner Mutter weiter den Oberen Rheinweg entlang.

Die zwei von insgesamt 124 Bildern gehören zur «Making Peace»-Fotoausstellung, welche an der Rheinpromenade zwischen der Wettsteinbrücke und der Mittleren zu bewundern sind. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Verleihung des Friedensnobelpreises an das International Peace Bureau (IPB) im Jahre 1910 wurde «Making Peace» 2010 erstmals in Genf gezeigt. In Basel ist die Begleitveranstaltung der im Dezember in Basel stattfindenden OSZE-Ministerratskonferenz noch bis zum 20. Oktober am Oberen Rheinweg und anschliessend auf dem Theaterplatz zu sehen.

Die 100 Panels, kuratiert vom IPB, laden mit bewegenden Bildern viele Passanten ein, anzuhalten und die Texte zu lesen. Die Ausstellung ist eine Hommage an alle Menschen auf der ganzen Welt, die ihre Zeit und Energie für den Frieden einsetzen. Unterteilt in fünf Themenblöcke, wird der Besucher nach einer kurzen Einführung in die Ausstellung gleich in das bedrückende Thema hinein gezogen. Ein Bild von Kindern vor dem Friedensdenkmal Hiroshimas wird gefolgt von der Erklärung der nuklearen Abrüstung, Kindersoldaten oder irakischen und kurdischen Flüchtlingen. Das Bild wirkt so aktuell, als wäre es gestern an der irakisch-türkischen Grenze aufgenommen worden.

Zwischen Ikonen und Initiatoren

Neben den Bildern, die die Ohnmacht angesichts der schier unzählbaren weltweiten Konflikte und Kriege darstellen, sind auch Plakattafeln zu finden, die die grossen Ikonen der Friedensbewegungen zeigen: Gandhi, Martin Luther, Mutter Theresa. Sie alle sind neben vielen anderen vertreten. Neben den Hoffnung ausstrahlenden Gesichtern sind aber immer wieder die schrecklichen Fratzen des Krieges eingestreut – entweder mit Bildern des Leides von beinamputierten Minen-Opfern, oder personifiziert durch die Abbildungen von Slobodan Milosevic oder Hermann Göring.

Die Stimmung am Rhein ist ruhig. Friedlich. Das pure Gegenteil dessen, was die Bilder assoziieren. Dieses Ambiente gibt dem Besucher auch Zeit, über die Botschaft, die das IPB vermitteln will, nachzudenken: dass es trotz zweier Weltkriege und vieler blutiger Konflikte auch bedeutende Durchbrüche gab. Beispielsweise das Ende des Kalten Krieges oder des Apartheidregimes, das Verbot von Landminen und die Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag – Erfolge, die zu einem grossen Teil auf das Engagement der Zivilgesellschaft zurückzuführen sind. «Making Peace» versucht deshalb auch, noch mehr Zivilisten Mut zu machen, sich für Frieden einzusetzen.

Nach dem gut einstündigen Spaziergang entlang den Bildern und dem Rheinufer gelangt man ans Ende der Ausstellung. Auf der letzten Plakatwand sieht sich der Besucher in einem Spiegel selber. Darunter steht: «Es liegt an Dir, Frieden zu schaffen.»

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