n der Markthalle wird ab heute Abend eine thematische Gruppenausstellung gezeigt. Vorgestellt werden das Konzept und die dahinterstehende Idee der Ausstellung.
«Heute spürt man eindeutig eine Berührungsangst zwischen der Kunstszene und der Basler Fasnacht», sagt Benedikt Wyss, Kurator der Ausstellung «Feldexperimente: Basler Fasnacht». Die Ausstellung ist die erste thematische Gruppenausstellung in der Markthalle. Sie dreht sich um diese Berührungsangst und eine Möglichkeit, den Graben zwischen diesen zwei Welten zu überbrücken.

Die Angst oder Skepsis sei wohl Anfang der 80er-Jahre entstanden, berichtet Wyss. Damals gingen Kunststudenten und Larven- oder Laternenkünstler noch an dieselbe Schule. Es kam eine Art Abneigung gegen die Volkskunst auf. Diese wurde als bieder, altbacken und traditionalistisch abgetan.

Das Problem mit Traditionen, wie die Basler Fasnacht eine ist, besteht in den festen Regeln, die vorgeben, wie so eine Veranstaltung traditioneller Weise abzulaufen hat. «Ich sehe die Fasnacht als Tradition, die Regeln hat. Das hat was Abstossendes, aber von Regeln lebt die Tradition nun einmal», bestätigt auch Wyss.

Das Herz der Fasnacht

Trotz der klaren Regeln, wie die Benennung von Konfetti als Räppli, gibt es einen eindeutigen Freiraum der Fasnacht. Dieser macht laut Wyss das Herz der Fasnacht aus. Und genau diesen Freiraum können sich Künstlerinnen und Künstler zunutze machen. «Ich hoffe, dass mehr Künstler sich an dem Freiraum erfreuen, in ihn abtauchen und ihn für ihre Kunst nutzen können», erklärt Benedikt Wyss.

Seiner Meinung nach ist es nicht die interessante Frage, wann die Fasnacht Kunst sei und wann nicht. Das Interessante bestehe darin, die zwei Welten zu vereinen. Wobei die Metapher von zwei Welten ein Klischee sei, das so eigentlich nicht bestehe. Es ist dann auch Wyss’ Hoffnung an die Ausstellung, die zwei Lager näher aneinander zu führen und die Dualität aufzuheben. Die Fasnacht soll weg von den starren Regeln zu einer künstlerischen Wildheit und Freiheit zurückführen. Zu ihrem wahren Herzen hin sozusagen.

Die Künstler an der Fasnacht

Dem Projekt der Wiederannäherung von Kunst und Fasnacht nehmen sich acht Künstlerinnen und Künstler an, die ein internationales Teilnehmerfeld bilden. Sie haben die Fasnacht besucht und sie mit künstlerischen Positionen untersucht.

Das Zentrale an den Untersuchungen bildet die Frage: Was soll, kann, darf, muss die Basler Fasnacht?

Historischer Aufhänger

«Als Urvater der freien und wilden Fasnacht gilt die Clique ‹Kuttlebutzer›, bei der auch Jean Tinguely aktiv war», sagt Wyss. Sie stellt ein gutes Beispiel dar, um zu zeigen, wie die Freiräume der Fasnacht genutzt werden können und schon genutzt wurden. Aber auch die Clique «Alti Stainlemer» war stets auf der Suche nach den Grenzen der Narrenfreiheit.

Aus dieser thematischen Verbindung zwischen den beiden Cliquen, die weg vom Einheitskostüm und vom Cortège wollten, und dem grenzüberschreitenden Motto der gezeigten Kunst werden die «Kuttlebutzer» und die «Alti Stainlemer» zu den historischen Aufhängern der Ausstellung. Einen Einblick in ihr Wirken und Auftreten wird in Form von Fotografien, Bildern und Filmen gegeben.