Freilichttheater Sachsenmatt

Ein Wunder als Zugabe

Grillenforscherin Alfreda Moscatelli (Nicole Spaar) erzählt von ihren Entdeckungen. Foto: grh

Freilichtspiel Sachsenmatt Sarmenstorf

Grillenforscherin Alfreda Moscatelli (Nicole Spaar) erzählt von ihren Entdeckungen. Foto: grh

11 Vorstellungen «Sachsenmatt» hat der Theaterverein ad hoc ursprünglich geplant. Drei zusätzliche Auftritte kommen hinzu. Wie geht es Schauspielern, Musikerinnen und Helfern während des Spiels über Ankunft, Rast und Aufbruch? Ein Besuch auf der Sachsenmatt.

Graziella Hartmann

Kurz nach 19 Uhr: Der Pilgerstrom Richtung Sachsenmatt wächst. An der Abendkasse werden die ersten Tickets verkauft. In Gruppen streifen die jungen Programmverkäufer durch die Theaterbeiz, während sich die über 30 Schauspielerinnen und Schauspieler in den Kulissen versammeln. Unter der Leitung von Cecile Nietlisbach singt sich die Gruppe ein. Rap neben gregorianischem Choral, Volkslied neben Tanzschritt - die Stimmung wirkt gelöst.

Thomas Baur, der älteste im Team, geniesst die Situation sichtlich. «Mit jeder Vorstellung wird man textsicherer. Und je textsicherer man ist, umso mehr Raum fürs Spiel bleibt. Wir spielen immer mehr», erklärt er strahlend. Die Interaktion mit dem Publikum sei fantastisch. «Jetzt wird es Zeit zum Umziehen», verabschiedet er sich.

Kribbelig und aufgeregt

Tabea Mauch steht in dieser Saison das erste Mal auf der Bühne. Aber das grosse Lampenfieber plagte sie eigentlich nur an der Premiere. «Jetzt bin ich nur noch kurz vor dem Auftritt kribbelig.» Felice Lojacono ergeht es genau umgekehrt. «Für mich ist jeder Auftritt wie der erste - ich bin immer aufgeregt.» Doch wenn er dann die Reaktionen der Zuschauer spüre, «dann spielt die Nervosität keine Rolle mehr. Diese Energie kompensiert alles.»

Die eintretende Dämmerung verleiht der Sachsenmatt einen leichten Schimmer und Fränzi Hallauer erinnert sich an das Premierengeschenk von Mark Wetter. «Jeder von uns hat eine in Glitzer getauchte Muschel bekommen. Vor der Vorstellung daran zu reiben, bringt Glück.»

Das Wetter hält

Glück in mehrfacher Hinsicht, wie die Schilderungen von Hans Melliger aufzeigen: «Wir mussten bisher keine einzige Vorstellung aus Wettergründen verschieben. Es hat immer gehalten.» Dabei habe man einen Teil der Proben noch in Skikleidung absolviert. «Dass sich da nie der Rappel breit gemacht hat, die Gruppe immer motiviert geblieben ist, ist ein grosses Glück.»

Über die Generationen ist eine Theaterfamilie gewachsen. «Wir achten alle aufeinander», sagt Fränzi Hallauer. Ähnlich erlebt es Tabea Mauch: «Es hat sich ein wunderschöner Zusammenhalt entwickelt.» Im Stück ist einmal von einem Wunder als Zugabe die Rede. Doch vielleicht gibt es nicht «das Wunder von der Sachsenmatt», sondern viele kleine Wunder, eines für jeden.

Noch bis 2. Juli

Das Theaterstück über Ankunft, Rast und Aufbruch wird noch bis zum 2. Juli, jeweils Freitag und Samstag, 20.15 Uhr, aufgeführt. Wegen grosser Nachfrage nach Tickets wird am Mittwoch, 23. Juni, eine Zusatzvorstellung gespielt.

Auch bei ausverkauften Vorstellungen gibt es noch genügend Plätze an der Abendkasse, die jeweils ab 19 Uhr geöffnet ist.

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