Eigenwillige Kompositionen

Eigenwillige Kompositionen

Das Quantett: Katharina Kobelt, Adrian Bodmer, Johannes Kobelt (v.l.r)

Quantett Johannes Kobelt

Das Quantett: Katharina Kobelt, Adrian Bodmer, Johannes Kobelt (v.l.r)

Das sieht man nicht jeden Tag. Drei Leute, die eine ganze Armada von teilweise sehr alten Instrumenten vorführen. Das Publikum erlebte mit dem Quantett Johannes Kobelt auch eine Instrumentenschau.

David Hunziker

Ein ganzes Instrumentenmuseum steht da auf der Bühne. Zwischen Saxophonen, Gitarren und einem Kontrabass stehen allerlei fremdartige Klangkörper, für die einem schnell die Begriffe fehlen. Zum Klingen gebracht wird dieses Museum auf der Bühne der reformierten Kirche Schlieren vom Quantett Johannes Kobelt. Fragt man sich nun, was denn ein Quantett sein soll, so findet man in ihrem Programm eine Antwort: Mehr als 20 Instrumente und mehr als 5 Musikarten für nur drei Musiker.

Johannes Kobelt, Katharina Kobelt und Adrian Bodmer lassen nicht nur in der Kombination von Instrumenten, sondern auch der Stile, keinen Stein auf dem andern liegen. Wichtige Ausgangspunkte für ihre Kompositionen sind die osteuropäische und Schweizer Volksmusik, frühe Formen des Jazz und Johann Sebastian Bach. Wie das Instrumentarium sind viele Stücke wie Flickenteppiche aufgebaut: Da eine bekannte Melodie, dort ein Zitat. Das Schweizer Volkslied «S Vreneli ab em Guggisberg» scheint es den Musikern angetan zu haben. Ob nun in russische Volksmusik oder in eine klassische Komposition eingearbeitet, es taucht immer wieder auf.

Prachtstücke der Instrumentensammlung sind eine Gitarre von 1580, die angeblich fürs schottische Königshaus gebaut wurde, eine Kontrabass-Balalaika oder eine Trichtergeige, die aussieht, als entspringe sie einer Kreuzung einer normalen Geige mit einem Grammophon. Beeindrucken ist auch die kleinste Vertreterin der Concertina-Familie, ein der Handorgel ähnliches, etwas über faustgrosses Instrumentchen, das die Kirche mit einem sehr hohen Klang erfüllt. Komisch und skurril wirkt die Hommage an «Hupe Gusti», der um die 600 Autohupen gesammelt habe, von denen sich nun 45 im Besitz des Quantetts befinden und als Instrumente eine Verwendung finden.

In der kurzen Pause erzählt eine Frau aus Schlieren, dass obwohl sie nicht jeden Tag ein solches Konzert hören wolle, es ihr sehr gut gefalle. «Vor allem die Violinistin hat mir gefallen», meint sie, «sie hat das Ganze in Schwung gebracht.» Derweil sitzt drinnen in einer der hinteren Reihen ein Paar, das ebenfalls in Schlieren wohnt. «Das Konzert war bisher sehr interessant und vielfältig», meint er und sie fügt an, dass sie Johannes Kobelt auch schon live gesehen habe. «Damals, so scheint es mir, hat er jedoch eher klassische Musik gespielt.»

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