Das Junge Theater Baden

«Ehre – ist nur ein besseres Wort für gelbe Spuren im Schnee», meint Frau Gessler

Das Junge Theater Baden bringt mit «Hedi T. – ein Schweizer Mythos» wiederum ein Stück nicht nur auf die Bühne, sondern auch auf die Strassen von Baden. Diesmal ist es das Haldequartier, das bespielt wird.

Melanie Borter

Der Charme des Haldequartiers inspirierte die künstlerische Leiterin Mirca Dalla Piazza Popp und den Produktionsleiter Hans Peter Popp des Jungen Theaters Baden zur Idee, den Wilhelm-Tell-Stoff nach Baden zu verlegen.

Im ersten Teil des Theaterabends werden die Zuschauer durch die Gassen des Haldequartiers geführt. Der Stadtrundgang finde anlässlich des Jahrestages der berühmten Badener Vorfahrin Hedi T. statt, wird erzählt. Kurzerhand wird Baden zur Apfelmetropole des 13. Jahrhunderts gemacht: Geschickt wird die Historie der verschiedenen Häuser des Haldequartiers in die fiktive Geschichte um Hedi T. gewoben, sodass die Grenze zwischen reiner Fiktion und historisch belegten Tatsachen immer mehr verschwindet.

Die Mühle, die tatsächlich einmal im Haldequartier gestanden hat, wird zur Apfelpresse, den Wegzoll über die Holzbrücke liefert man direkt dem Knecht von Gessler ab. Dieses Spiel mit Altbekanntem und Neuem wird dann im zweiten Teil des Theaters auf inhaltlicher Ebene fortgesetzt. Im Claquekeller wird dem Publikum eine neue Variante des alt bekannten Tell-Stoffs geliefert. Und so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten: Die Männer kommen in dieser Version der Tell-Geschichte nicht eben gut weg! - Frauen sind die wahren Helden der Schweizer Geschichte.

Wer jetzt glaubt, dass die Spazierkomödie «Heidi T. - ein Schweizer Mythos» nur etwas für Emanzen sei, undman sich deshalb als Mann nicht amüsieren könne, der irrt. Das Stück wirkt durchaus so, als sei es nicht aus dem Bedürfnis heraus entstanden, die Männerwelt blosszustellen. Vielmehr soll den Zuschauenden die bekannte Rahmenhandlung um Tell von einer anderen Seite beleuchtet werden. So entstehen Szenen, die immer wieder zu lachen geben.

Das Lachen und der vergnügliche Abend stehen also im Vordergrund, nicht die ernsthafte Diskussion um die Rolle der Frau früher - und heute. «Das Junge Theater Baden will immer wieder neue Orte in Baden bespielen», berichtet David Imhoof, der Regisseur. Er war bereits bei der letzten Produktion im Bäderquartier als Regisseur dabei. «Im letzten Jahr war es das Bäderquartier und dieses Mal ist es die Halde. Zuerst ist immer der Ort, dann kommen die Schauspieler, die gewillt sind, mitzumachen und einen enormen Einsatz zu leisten, und so entsteht dann ein neues Stück, das auf Baden zugeschnitten ist».

«Hedi T. - ein Schweizer Mythos» wird vom Donnerstag, 27. August, bis Sonntag, 30. August und nächste Woche vom Donnerstag, 3. September, bis Samstag, 5. September, aufgeführt.

Ab 19 Uhr ist die Theatertaverne im Claquekeller geöffnet, um 20 Uhr beginnt die Vorstellung. Tickets gibts bei Info Baden, 056 200 84 84 oder online unter www.programm.baden.ch

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