Alois Winiger

Fährten lesen, sich anschleichen, rennen, sich selber schmücken und Schmuck basteln - das waren Themen, denen der Ferienpass gewidmet war. Neun Kinder nahmen daran teil und hatten, wie beim Augenschein festzustellen war, ihre helle Freude daran. «Wir haben uns immer wieder überlegt, ob und wie wir mitmachen könnten», sagt die Diakonin Sabine Müller. Den zündenden Funken lieferten ihr die Kindernachmittage, welche die Kirchgemeinde regelmässig durchführt; in diesem Jahr unter dem Motto «Weltreise». «Da könnten wir doch einen dieser Nachmittage gleich für alle Kinder öffnen, egal welcher Konfession sie angehören», führt Sabine Müller aus.

Zu einer Reise gehört ein Koffer. In Oensingen ist es ein ganz alter, der schon daher besonders geheimnisvoll wirkt. Zu Beginn der Weltreise wird er jeweils geöffnet, zum Vorschein kommen symbolische Gegenstände, diesmal eben indianische. Sabine Müller und Nicole Wyss, eine der Frauen, die bei den Kindernachmittagen mithelfen, legten den Ferienpässlern mit Spielen und Basteln ein paar Spuren zu den Indianern.

Neue Vorschläge willkommen

Total 105 Kinder konnten dieses Jahr vom Ferienpass in Oensingen profitieren, berichtet die Koordinatorin Vreni Müller, die zusammen mit Angelika Flury, Pia Sciullo und Elisabeth Zbären den Ferienpass auf die Beine stellt. 40 Vereine und Institutionen haben dieses Jahr ein Ferienangebot für Kinder geschaffen. «Auch wir vom Organisationsteam sorgen für Aktivitäten, mehrheitlich sind das Ausflüge mit Besichtigungen», sagt Vreni Müller. Das aber werde zunehmend schwieriger, weil in Firmen, die Lebensmittel herstellen, aus hygienischen Gründen keine Besichtigungen mehr möglich sind. «Dieses Jahr kommt noch die Schweinegrippe hinzu.» Deshalb musste der Besuch bei der Ovomaltine-Herstellerin Wander abgesagt werden.

«Abgesagt worden wäre vor einigen Jahren sogar der ganze Ferienpass in Oensingen», sagt Vreni Müller. Die Sache sei damals ins Stocken geraten. Man liess die Bevölkerung wissen, dass der Ferienpass sterben werde, wenn sich nicht wieder Leute für die Durchführung fänden. «Das wirkte. Heute läufts wieder gut. Es gibt Klassiker im Programm, die ziehen immer. Aber wir sind dankbar für neue Angebote und Ideen.» Vreni Müller, Telefon 079 627 77 00, nimmt sie entgegen.