Oper

Die Oper «Carmen» nimmt Formen an

Monumental: Peter Bernhard (rechts) am Modell der geplanten Arena. (archiv ef.)

Oper Carmen

Monumental: Peter Bernhard (rechts) am Modell der geplanten Arena. (archiv ef.)

Peter Bernhard sagt: «Am Anfang hielten mich alle für verrückt. Aber wir schaffen das. Das Projekt ist auf guten Wegen.»

Peter Belart

Treibende Kraft hinter dem Mega-Projekt ist ohne Zweifel der in Schinznach-Dorf wohnhafte Sänger Peter Bernhard. Er ist ein Mensch mit Visionen. «Ich richte meinen Blick zu den Sternen. Nur so gelingt es mir, den Mond zu erreichen.» In diesem Sinne äusserte er sich kürzlich vor Mitgliedern des Chors, der schon seit Monaten damit beschäftigt ist, die zum Teil recht anspruchsvollen Nummern einzuüben. Jetzt nahm Peter Bernhard stellvertretend für das Leiterteam, in dem vor allem Geschäftsleiterin Sandra Wiederkehr eine weitere wichtige Rolle einnimmt, eine Standortbestimmung vor. Im Gespräch mit der AZ ging er auf die unterschiedlichen Aspekte ein, die für die Inszenierung ineinandergreifen müssen. Dabei zeigt sich: Alles ist auf guten Wegen.

Die Solistinnen und Solisten

«Es ist uns gelungen, für sämtliche Solorollen herausragende Besetzungen zu verpflichten. Ich verweise zum Beispiel auf die beiden Besetzungen der Carmen: Da ist die gefeierte Aargauer Mezzosopranistin Judith Schmid, die seit zehn Jahren fest am Opernhaus Zürich engagiert ist, und die aus Bulgarien stammende Jordanka Milkova. Sie wurde jüngst zur besten Nachwuchssängerin des Jahres gekürt. Aber auch die andern Sängerinnen und Sänger - durchwegs Profis mit Engagements an renommierten europäischen Häusern - sind auf diesem Niveau anzusiedeln. Am 10. Juli finden die ersten musikalischen Proben statt. Alle Verträge sind unterschrieben. Und für fast alle Solisten konnte für die Zeit der Aufführungen im August 2010 bereits eine Unterkunft gefunden werden.» (Weitere Angebote nimmt Kathrin Roth, Schinznach-Dorf, gerne entgegen. Tel. abends: 056 443 00 17.)

Das Orchester

«Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage und Wochen ist nun alles geklärt. Unter der Leitung des hochklassigen, international tätigen Dirigenten Marc Tardue wird das Oper Aartists Orchestra mit insgesamt 54 Musikern auftreten. Dessen Kern bildet das Aargauer Chamber Aartists Orchestra, das zu dieser grossen Besetzung mit professionellen Schweizer Instrumentalisten verstärkt wird. Das ganze Opernorchester wird erstmals Anfang August in Schinznach-Dorf zusammengezogen. Den Dirigenten erwarten wir aber schon in den ersten Wochen des neuen Jahres hier im Schenkenbergertal.»

Der Chor

«Mit der Wahl des Chorleiters Valentin Vassilev hatten wir eine überaus glückliche Hand. Er führt den eigens für dieses Projekt formierten Chor nicht nur musikalisch, sondern auch emotional an Georges Bizets Oper heran. Vieles ist bereits einstudiert. In den nächsten Monaten geht es um den Feinschliff und darum, die den einzelnen Chorwerken zugrundeliegende Stimmung umzusetzen. Die ganze Bandbreite der Gefühle, die hier zum Ausdruck gebracht werden, muss jedes einzelne Chormitglied kennen und entsprechend umsetzen.»

Die Kostüme

«Kostümbildnerin Ulrike Kremer und Gewandmeister Ivan Galli vom Operhaus Zürich stecken mitten in der Arbeit. Ihre Vorstellungen und Vorgaben werden von lokalen Schneiderinnen umgesetzt. Bereits jetzt fanden erste Kostümproben statt. Kremer ist zudem intensiv auf der Suche nach weiteren geeigneten Stoffen. Einzelne Kostümaufträge werden nach auswärts vergeben, weil sie die vor Ort gegebenen Möglichkeiten übersteigen.»

Die Kulisse

«In diesem Bereich möchten wir möglichst authentisch sein. Wir wollen ja auf dem Feldschenplatz Schinznach-Dorf eine Stierkampfarena aufbauen, die 1500 Personen eine Sitzgelegenheit bietet. Nach langen Vorabklärungen haben wir in der weissrussischen Firma Prestige Image den am besten geeigneten Partner gefunden. Der Inhaber Alexander Kissel produziert regelmässig Bühnenbilder und grosse Kulissenbauten zum Beispiel für das Staatstheater Minsk. Wir sind in die weissrussische Hauptstadt gereist und haben in dreitägigen Verhandlungen sämtliche Einzelheiten bis zur Vertragsreife geklärt. Dabei ging es unter anderem um die Qualität, die Machart, die Ausgestaltung, die Adaption der Technik und der Tribünenbauten, den Transport, das Gewicht und natürlich den Preis. Weitere Details haben wir mit der deutschen Tribünenbaufirma Dittus GmbH besprochen, die für uns Spezialanfertigungen herstellt, sodass die ganze Arena auch tatsächlich rund wird. Ausserdem mussten Aspekte des Brandschutzes und der Wiederverwertbarkeit bedacht werden, und auch die Frage nach der Wetterbeständigkeit kam zur Sprache.»

Der Vorverkauf

«4000 Karten sind bereits weg. Das sind 25 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Plätze. Besonders gut lief der Verkauf anlässlich der Expo Brugg-Windisch und unseres Stand-Events im Gartencenter Zulauf, Schinznach-Dorf. Bestellungen treffen aber auch übers Internet oder telefonisch bei uns ein (0848 22 11 08), dazu kommt der Direktverkauf in unserem Büro im Gemeindehaus Schinznach-Dorf. Auffallend ist, dass bisher viele Bestellungen aus der Region eingetroffen sind, darunter von einer bedeutenden Anzahl Firmen, die Kunden- und Mitarbeiter-anlässe organisieren. Von den Gala-Arrangements mit einem Viergänger-Nachtessen sind bereits rund 66 Prozent verkauft. Insgesamt sind wir sehr zufrieden, wie der Vorverkauf läuft.»

Die Finanzen

«Auch hier stehen wir an einem guten Ort. Bei einer Auslastung von 70% ist das Projekt zu 93% finanziert. Natürlich hoffen wir, dass die Auslastung noch besser sein wird. Trotzdem unternehmen wir noch weitere Anstrengungen, um zusätzliche Geldquellen zu erschliessen.»

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