Totentanz

Die Liebe ist stärker als der Tod

Am Wochenende führen Musiker des Kammerorchesters Basel mit dem Chor des Gymnasiums Muttenz sowie den Klassen 2Ea und IBK 1f des Zentrums für Brückenangebote Arthur Honeggers «La Danse des Morts auf»

Am Wochenende führen Musiker des Kammerorchesters Basel mit dem Chor des Gymnasiums Muttenz sowie den Klassen 2Ea und IBK 1f des Zentrums für Brückenangebote Arthur Honeggers «La Danse des Morts auf»

Mehrere Schulklassen führen Arthur Honeggers «La Danse des Morts» auf. Eine intensive Erfahrung für alle beteiligten Schüler.

Diese Kirche hat schon manch einen tanzen gesehen. Und nun tanzt dort auch noch der Tod. Aufgeführt wird in der Elisabethenkirche in Basel ein Tanztheater rund um Arthur Honeggers «La Danse des Morts». Der Komponist schrieb das Oratorium 1938 im Auftrag von Paul Sacher nach einem Text von Paul Claudel. Entstanden war dieser unter dem Eindruck der Basler Totentanzdarstellungen.

«Es beginnt mit einem Donnerschlag» wurde von Thomas Herzog und Musikern des Kammerorchesters Basel gemeinsam mit dem Chor des Gymnasiums Muttenz unter der Leitung von Christoph Huldi, der Klasse 2Ea und Klasse IBK 1f des Zentrums für Brückenangebote auf die Beine gestellt. Zusammen mit der Regisseurin Salomé Im Hof gingen die Jugendlichen der Frage nach, wie in verschiedenen Kulturen mit dem Tod umgegangen wird.

Lernen von der Gemeinschaft

In den Workshops entstanden tänzerische, szenische und musikalische Momentaufnahmen. Im Tanztheater übernehmen Jugendliche aus beiden Klassen die Rolle des Todes, andere spielen die Trauergesellschaft. Colin Rollier, der die Sprecherrolle innehat, ist französischer Muttersprache. Auf die Frage, was sie denn über den Tod gelernt hätten, sagt er: «Also die andern haben eigentlich mehr Französisch gelernt als über den Tod.»

Und was hat ihm am besten gefallen? «Die Zusammenarbeit mit der Brückenklasse! Mit Menschen kommunizieren, die türkisch, somalisch oder persisch sprechen. Das verbindet.» Auch im Tanztheater sprächen alle ihre Muttersprachen, aber man verstehe sich trotzdem.
Ein bisschen wie Pfingsten? Ja, genau. Und was hat er persönlich über den Tod gelernt? «Ich bin ein wenig erwachsener geworden. Ich muss ja immer mit diesem Skelett kommunizieren, das fand ich anfangs unangenehm.

Aber man denkt dann über sein Verhältnis zum Tod nach.» Ob er denn an ein Leben nach dem Tod glaube? Also darüber, da seien sie nicht alle gleicher Meinung. Aber gleicher Meinung seien sie sich über die Liebe. Dass die stärker sei als der Tod. Das sei das Wichtigste. Es sei ein wenig ihr Motto geworden. Und er sagt es auf Französisch: «L’amour est plus que la mort».

Im Hintergrund erklingt der Chor. «Thou knowest lord the secrets of our hearts.» Es ist ergreifend wie immer: Henry Purcell, der Honegger mit sechs Liedern umrahmt. Wenn es einen gibt, bei dem es nach Liebe klingt, wenn er vom Tod spricht, dann Purcell. Mag Honegger auch langsam von der Zwanzigernote verschwinden, mit diesem Projekt wird ihm auf jeden Fall eine Hommage erwiesen.

«La Danse des Morts»: Freitag, 23. und Samstag 24.Juni, jeweils 19.30 Uhr. Elisabethenkirche Basel.

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