Ab Dienstag drängen sich die Sammler an der Art Basel. Hauptdarsteller an dieser weltweit wichtigsten Kunstmesse sind – noch immer – die Kunst und immer mehr auch die Galeristen und Galeristinnen. Wegen ihnen kommen die Käufer aus aller Welt, sie vermitteln ihnen die begehrten Karten für die Preview-Tage, geben ihnen Tipps, was gerade angesagt ist, was ihren Interessen entsprechen könnte. Und ein Ausschuss von Galeristen, das Art Comittee, bestimmt auch, welche Galerien an der Art dabei sein dürfen. Rund 1000 wollten in diesem Jahr nach Basel kommen, 304 dürfen.

Mit dabei an der Art Basel – und seit 2011 auch Mitglied im bestimmenden Art Comittee – ist Eva Presenhuber. Die Zürcher Galeristin führt eine der international erfolgreichsten Galerien in der Schweiz. Und das, obwohl es die Galerie Eva Presenhuber erst seit 2004 gibt. Sie sagt: «Die Art Basel ist die beste Kunstmesse der Welt und ist sehr wichtig für uns. Wir zeigen dort auch immer unsere besten Werke und stellen neue Positionen junger Künstler vor.»

Als Unbekannte in Zürich gestartet

Aus dem Nichts ist die 1962 im österreichischen Steyr geborene Kunsthistorikerin nicht gestartet. Den Fuss ins internationale Kunst-Business setzte sie von 1999–2003 als Partnerin bei Hauser & Wirth & Presenhuber. Aus dieser Zeit gehören einige der begehrten Künstler zu ihrer Galerie: etwa Dieter Roth, Fischli/Weiss, Candida Höfer.

Einfach so wird niemand Partner bei einer der mächtigen Galerien. Als die Kunststudentin 1989 aus Wien nach Zürich kam, kannte sie niemand. Zehn Jahre später schon: Als Kuratorin machte sie die etwas verschlafene Galerie Walcheturm zum Treffpunkt der jungen Szene.

Mit ihrer eigenen Galerie legte sie einen beeindruckenden Start hin. Bereits im ersten Jahr, 2004, war Presenhuber an der Art Basel Miami dabei. Im Jahr darauf weist ihr Galerien-Archiv Auftritte an der Frieze London, der Armory Show New York an der Art und Art Unlimited in Basel sowie an der Art Basel Miami aus. Es dürfte einmalig sein, dass eine Galerie es innert so kurzer Zeit an die wichtigsten Messen schaffte.

Für den internationalen Erfolg ist das aber unabdingbar. Nur wer dieses finanzielle Risiko eingeht, gewinnt die internationalen Kunden und Künstler. Wie viel das kostet, geben Galerien nie preis, Presenhuber immerhin so viel: «Die Messen sind teuer, es sind schon einige Hunderttausend Franken dafür auszugeben.»

Illustre Künstlerliste

Presenhubers Käufer kennt man nicht, ihre Künstlerliste aber präsentiert sie gerne. Die ist beachtlich und lang: Von Douglas Aitken und Emmanuelle Antille über Urs Fischer, Douglas Gordon und Richard Prince bis zu Oscar Tuazon und Franz West.

Was ist ihr Erfolgsrezept?Sie gehe für ihre Künstler durchs Feuer, wird ihr attestiert. Und sie gilt als begnadete Netzwerkerin. Es ist denn auch auffällig, an wie vielen Ausstellungen rund um die Welt ihre Künstler beteiligt sind. Sie wehrt ab, das entschieden einzig die Museen, gibt dann aber doch zu: «Natürlich treffen wir an Messen und Ausstellungseröffnungen Kuratoren und sprechen mit ihnen über unsere Künstler. Aber keiner würde nur aufgrund einer Empfehlung von uns eine Ausstellung machen.»

Künstler an der Biennale

In diesem Jahr wirbt die Galerie Presenhuber im Art-Katalog mit einem «Ciao» von Valentin Carron. Der Künstler ist damit als Vertreter der Schweiz an der Biennale Venedig dabei. Wie hat die Galerie hier mitgewirkt? «Wir haben dem Künstler für einige Monate einen Mitarbeiter an die Seite gestellt, wir haben mit ihm Gespräche geführt und ihn moralisch unterstützt», erklärt Presenhuber. «Ausserdem verfügen wir über ein gutes internationales Netzwerk, welches dem Künstler und dem Pavillon nützt, da wir viele internationale Kunstinteressierte frühzeitig auf die Ausstellung hingewiesen haben.»

Doch auch die Galerie profitiert. Neben dem «Ciao» werden wohl auch einige der platt gewalzten Instrumente von Carron aus Venedig am Art-Stand von Eva Presenhuber hängen. Werke mit Biennale-Status verkaufen sich gut.

Art Basel: 13. bis 16. Juni. www.artbasel.com

Galerie Presenhuber Zürich. Zahnradstrasse 21 (Maag-Areal) und Limmatstrasse 270 (Löwenbräu). www.presenhuber.com