Pratteln

Die Jugendarbeit intensiviert

Der Jugendtreff Pratteln geht bei der persönlichen Beratung Jugendlicher neue Wege.

Tobias Gfeller

Jugendtreffs gibt es praktisch in jeder Gemeinde. Oft geniessen sie bei der Bevölkerung nicht den besten Ruf. Eigentlich schade, denn diese Treffs haben eine soziale Kapazität, die es nicht zu unterschätzen gilt. Einerseits halten sie Jugendliche davon ab, die Nachmittage und Abende lustlos und gelangweilt auf den Strassen zu verbringen, andererseits knüpfen sie Kontakte, wo die Jungen das soziale Leben in grösseren Gruppen lernen können - ganz besonders ist dabei der Kontakt zu den Leitern.

In Pratteln sind das neben dem Leiter des Teams offene Jugendarbeit, Thomas Berweger, zwei weitere Sozialarbeiter und eine ausgebildete Psychologin. Ihre fachliche Kompetenz wollen sie jetzt noch mehr den Besuchern des Jugendtreffs Pratteln zur Verfügung stellen.

Es fehlt an Unterstützung

Seit Anfang des Monats gibt es jeweils donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr ein spezielles Beratungsangebot für die Jugendlichen. Der Name «CUBA» steht dabei für Coaching - Unterstützung - Berufswahl - Aufgabenhilfe. Für Thomas Berweger war es höchste Zeit für den Start eines derartigen intensiven Nachmittags. «In Pratteln gibt es viele Jugendliche verschiedener Herkunft. Nicht immer und für jeden ist es leicht, sich in der aktuellen Schul- bzw. Lehrstellensituation zurechtzufinden.»

Vielen jungen Menschen würde es an Orientierung und Unterstützung fehlen. Diese werden jetzt von Berweger und seinem Team an jedem Donnerstag angeboten. Der Leiter stellt aber klar, dass dies schon bei den täglichen Treffs passiere, einfach nicht in dieser Intensität, wie sie seit drei Wochen am Donnerstag passiert.

Offene Ohren für heikle Themen

Ziel ist es, unter vier Augen über die Probleme und Fragen der Jugendlichen zu sprechen. Oft geht es dabei um die Berufswahl oder den Alltag in der Schule - aber nicht immer. «Klar waren diese zwei Punkte wesentlich bei der Einführung des Projekts, aber es sollen auch andere Themen angesprochen werden», sagt Berweger. «Wir haben auch offene Ohren beim Thema Liebe, Mobbing oder bei der Planung einer privaten Party.» Oft fehlt es den Jugendlichen an Mut und Vertrauen, die Lehrpersonen auf solche zum Teil heikle Sachen anzusprechen.

Die Stärke von «CUBA» ist die enge Bindung und somit die schon bestehende Vertrauensbasis zwischen den Besuchern des Treffs und den Leitern. «Die Hemmschwelle ist natürlich kleiner als anderswo. Das möchten wir ausnutzen.» Trotz ihrer vielfältigen Ausbildung können auch sie an ihre Grenzen stossen. Dann sei es Zeit, die Jugendlichen an eine professionelle Stelle weiterzuleiten. «Aber natürlich nur mit deren Einverständnis.»

Während der ersten Wochen seit Beginn von «CUBA» haben erst zwei Jugendliche das Angebot benutzt. «Klar gibt es am Anfang noch Schwierigkeiten. Während der Schulferien und des momentan schönen Wetters läuft oftmals auch im allgemeinen Jugendtreff nicht sehr viel. «CUBA» braucht seine Zeit, um die nötige Bekanntheit unter den Jugendlichen zu erlangen. Wir hoffen dabei sehr auf die Mund-zu-Mund-Propaganda.» Einer der beiden fragte dabei um Hilfe vor einem Telefonat für den Erhalt eines Schnupperjobs. «Wir gaben ihm Tipps, was er sagen könnte und was eher nicht.»

Dabei soll es nicht bleiben. Berweger hofft, dass in Zukunft weitere das Angebot nützen werden. «Es ist oftmals gut, wenn die Jugendlichen aufgestauten Frust loswerden können oder sie in schwierigen Lebenssituationen wissen, dass jemand ein offenes Ohr für sie hat.»

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