Herzen

Die «Herzen» bekamen den letzten Schliff

Baden zeigt Herz

Baden zeigt Herz

Einen Tag vor der Ausstellung der 150 Styropor-Herzen im Schulhaus Pfaffechappe in Baden liefen die letzten Vorbereitungen der dritten Sekundarschulklasse aus Spreitenbach auf Hochtouren. Mit dem Verkauf der Herzen unterstützen die Schüler das Projekt «Baden zeigt Herz» und zugleich das Hilfswerk von Margrit Fuchs.

Carolin Frei

8.15 Uhr, Schulzimmer Nummer 16, Schulhaus Haufländi in Spreitenbach. Die Schulbänke sind noch verwaist, nur die Zeichnungslehrerin Renate Lorenz ist da. Keine zwei Minuten später strömen die Schüler der 3. Sekundarklasse herein. Ein jeder begrüsst die Lehrerin und auch die anwesende Redaktorin des Stadt-Anzeigers mit einem Händedruck. Diese kann sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal so viele Hände geschüttelt und so häufig «Schönen guten Morgen» gemurmelt hat. «Wir legen Wert auf eine höfliche Schulkultur», sagt Renate Lorenz.

Die Zeit drängt, den Schülern bleiben nur gerade 45 Minuten, um den Herzen den letzten Schliff zu geben, sie zu lackieren, mit einem «Baden zeigt Herz»-Kleber zu versehen, in Zeitungen zu wickeln und in die Transportboxen zu verpacken. Zudem müssen die Jugendlichen noch eine Spendenkasse und eine Verpackung für die zu verschenkenden Kugelschreiber basteln. Die Lehrerin verteilt die Arbeiten und die Kinder machen sich ans Werk.

Mariangela, Felix und Patrick haben eine kreative Verpackungsform für das Geschenk gefunden. Sie wickeln die Kugelschreiber in bunten Wellkarton. Derweil bearbeiten Michelle und Ramona eine Kartonschachtel, um aus ihr eine Spendenkasse zu kreieren. Roman, Jonas und Janko bringen die Herzkleber auf den Holzplatten an, auf die die Herzen montiert sind. Da und dort sind auf der Platte Farbtupfer und Fingerabdrücke zu sehen, die Nuria, Petra und Jonas mit einem Lappen wegwischen.
Violetta erstellt auf dem Computer noch kurz die Spenderliste zum Auflegen an der Ausstellung und die restlichen Kinder verpacken die Herzen in die Transportschachteln. Dann heisst es fürs Fotoshooting schnell auf den Pausenplatz zu eilen, bevor die Glocke für die nächste Schulstunde läutet.

«Die Jugendlichen haben rund 20 Stunden an den Herzen gearbeitet», erzählt Celina Marek, die die Parallelklasse von Renate Lorenz unterrichtet. Nebst diesen beiden Klassen haben fünf weitere aus Spreitenbach und Wettingen für das Projekt «Baden zeigt Herz», das unter der Initiative von Suzana Senn-Benes ins Leben gerufen worden war, mitgewirkt. Ziel der Lehrerschaft war, mit ihren Schülern einen Beitrag für das Hilfswerk von Margrit Fuchs in Ruanda zu leisten.
Dieses soziale Engagement für Kinder aus ärmsten Familienverhältnissen kam bei den Jugendlichen gut an. Und sie waren mit Begeisterung daran, möglichst schöne Herzen zu schaffen, um einen guten Erlös zu erzielen.

Ob das auch gelungen ist? War die Ausstellung am Freitagabend im Schulhaus Pfaffechappe in Baden ein Erfolg? «Ja», betont Renate Lorenz. «Über die Hälfte der Herzen fanden Käufer, was uns sehr gefreut hat. Schön wäre natürlich, wenn wir auch für die restlichen Kunstwerke Abnehmer finden würden und damit weiteren Kindern in Ruanda den Schulbesuch ermöglichen könnten.» Dies würde bestimmt auch all jene Schüler freuen, die am Donnerstag dabei waren, als die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren liefen und sie sich sputen mussten.

Infos über die restlichen Kunstwerke unter info@badenzeigtherz.ch

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