Kann man den Wert des steinernen Frauenkopfes schätzen?
Hannes Flück:
Den finanziellen Wert abzuschätzen ist nicht so einfach. Der Informationsgehalt und der kulturhistorische Wert sind jedoch sehr hoch, zumal der Stein in einem sehr guten Zustand ist. Solche Funde sind selten. Der Stein wurde möglicherweise schon rund 50 Jahre nach seiner Herstellung im Boden entsorgt, weshalb er auch heute noch von so guter Qualität ist.

Was war das Beste an diesen Ausgrabungsarbeiten?
Flück: Der Stein war schon einer der tollsten Funde, die wir im Gebiet Vision Mitte gemacht haben. Das Aha-Erlebnis der Ausgrabungen war jedoch die Topographie. Der Aufwand war recht gross, da sich das römische Gelände sehr vom heutigen Gelände unterschied. Es mussten teilweise erst vier Meter Aufschüttungen mit dem Bagger entfernt werden, bevor man auf die archäologischen Schichten stiess.

Wird die Öffentlichkeit den steinernen Frauenkopf mal bewundern können?
Flück:
Während das Gros der Funde eingelagert und wissenschaftlich ausgewertet wird, wird der Stein sicherlich bald im Vindonissa-Museum zu bewundern sein. Die Sonnenuhr, welche gefunden wurde kann man sich bereits ansehen.

Interview: Dania Genini