Architektur

Die erste von einer Frau gestaltete Moschee ist eröffnet

Die Sakirin-Moschee von innen

Die Sakirin-Moschee von innen

Die erste von einer Frau in der Türkei entworfene Moschee ist in Istanbul eröffnet worden. Die Sakirin-Moschee in Üsküdar auf der asiatischen Seite der Stadt wurde unter Führung der Istanbuler Designerin Zeynep Fadillioglu gebaut.

Sie stützte sich auf Pläne des Architekten Hüsrev Tayla, der in der Türkei bereits zahlreiche Moscheen entworfen hat. Mit ihrer Verbindung von klassischer und moderner Architektur war die Moschee völliges Neuland. "Wir haben jeden Bauabschnitt islamischen Gelehrten und einem Kunsthistoriker vorgelegt, um falsche Assoziationen zu verhindern", sagt Fadillioglu.

Sie sei aber nicht angetreten, den Islam neu zu definieren. "Ich bin Muslimin. Ich bin immer in die Moschee gegangen", sagt Fadillioglu. Sie wünscht sich, dass die Frauen in ihrer Moschee einen gleichberechtigten Platz bekommen und in die ersten Reihen aufrücken können. Traditionell beten sie auf Frauenemporen. In kleinen Moscheen sitzen sie hinter den Männern.

"Ich dachte, es müsste Grenzen geben. Gibt es aber nicht. Die Beschränkungen sind in den Köpfen", sagt sie. Vorgeschrieben sei eigentlich nur die Gebetsrichtung, wie sie die Mihrab genannte Gebetsnische vorgibt. "Viele Menschen verwechseln ihre Traditionen mit den religiösen Regeln", sagt die Designerin.

"Wir sind glücklich und zufrieden, dass eine Frau hier eine Moschee gebaut hat", sagt Bürgermeister Kara. Er sieht den Bau in besten Traditionen der Türkei, die das Wahlrecht für Frauen noch vor einigen heutigen EU-Staaten eingeführt hat.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1