«Der Stadtrat ist offen für alles»

Nach der Kostenexplosion (28,6 Mio.) hat der Badener Stadtrat das Kurtheaterprojekt im Januar gestoppt. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen soll jetzt ins Lot gebracht werden.

Roman Huber

Das Kurtheater-Projekt steht auf neuen Gleisen, seit der Stadtrat die Führung an sich genommen hat. Zwar muss man eine Verzögerung von einem Jahr in Kauf nehmen. «Das Sachs-Foyer lassen wir darum auf seine Tragfähigkeit genau überprüfen», schickt Stadtammann Stephan Attiger voraus, damit eine weitere Spielzeit schadlos überstanden wird.

Dass die Stadt Baden dieses Projekt nicht allein realisieren kann, ist klar. Sowohl der Kanton als auch die Gemeinde Wettingen (AZ von gestern) und Baden Regio (Planungsverband der Regionsgemeinden) haben ihre Unterstützung zugesagt.

Neue Projektorganisation steht

«Wichtig ist, dass der Fächer noch einmal geöffnet wird», sagt Attiger. Das heisst, dass alle bestehenden Projekte fürs Erste beiseite geschoben werden, damit man erst im Grundsatz Abklärungen treffen kann. Laut Attiger geht es vor allem darum, ein Projekt zu finden, dessen Kosten dem Nutzen gerecht werden. «Es kann durchaus sein, dass wir dann bei 32 Millionen Franken landen, dafür einen entsprechenden Mehrnutzen erhalten.» Attiger will sich darum nicht zu irgendwelchen Projekten und andern Standorten äussern, sondern erst die Inhaltdiskussion abwarten: «Es gibt keine Präferenzen, auch im Stadtrat sind wir völlig offen.»

Die Organisation steht unter der Gesamtverantwortung des Stadtrates. Eine Projektsteuerung wurde als Führungsgremium eingesetzt. Dieser wiederum ist als operatives Gremium ein Projektteam unterstellt (siehe Kasten rechts).

In einem ersten Schritt befasst sich ein Subteam mit der inhaltlichen Positionierung und leitet daraus die Anforderungen an einen künftigen Theaterbau ab. Das Subteam Bau wird dann abklären, ob und mit welcher, (evtl. reduzierter) Variante das bestehende Kurtheater saniert und umgebaut oder wie und wo ein Neubau erstellt werden kann. Nachdem die Stadt die Führungsrolle bei der Projektierung übernommen hat, wird man auch die künftige Rollenverteilung überprüfen, ob das Theater allenfalls ins Eigentum der Standortgemeinde übergehen soll. Die Öffentlichkeit kann am 30. Juni, 19.30 Uhr im Kurtheater über den Inhalt mitdiskutieren.

Meistgesehen

Artboard 1