Bruno-Weber-Park
Der Schweizer Gaudí wird 80 Jahre alt

Organische Betonformen, besetzt mit glänzenden und farbigen Mosaiksteinen, Schlangen und Drachen, die Wasser speien oder als Brücke dienen: Die Welt von Bruno Weber ist eine Welt voller Farbe und Fantasie.

Walter Labhart, SDA
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Bruno Weber am Eingang zum Wassergarten (Sommer 2010). bhi Bruno Weber am Eingang zum Wassergarten (Sommer 2010). bhi Bruno Weber mit einer seiner fantasievollen Skulpturen. BHI

Bruno Weber am Eingang zum Wassergarten (Sommer 2010). bhi Bruno Weber am Eingang zum Wassergarten (Sommer 2010). bhi Bruno Weber mit einer seiner fantasievollen Skulpturen. BHI

Limmattaler Zeitung

Am Sonntag feiert der Zürcher Maler und Bildhauer seinen 80. Geburtstag. Und noch etwas gibt es zu feiern: Seine Geburtsstadt Dietikon ZH hat ihm ihren diesjährigen Kulturpreis verliehen.

Traumwelten aus Beton

Mit seinem Skulpturenpark und Atelier-Wohnhaus im «Weinrebenpark» zwischen Dietikon und Spreitenbach lockt Weber ein breites Publikum aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland an. Seiner grandiosen Konzeption wegen am ehesten mit Gaudís Jugendstilpark Güell in Barcelona vergleichbar, verkörpert der 20000 Quadratmeter grosse «Weinrebenpark» gewissermassen ein zeitgenössisches Gegenstück in der Schweiz.

Zu den durch Autobahnen, Fabriken und andere Bauten entstandenen Betonwüsten schafft Weber visionäre Gegenwelten aus demselben Material. Gemäss seinem Motto «Es gibt nichts, was man nicht kann», verwandelt der von vielen Weltkulturen geprägte Einzelgänger die Betonmasse in gigantische Fabelwesen.

Impulse für Malerei

Sie sind der Hauptbestandteil fantasievoller Traumwelten, die Weber in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Architekten Justus Dahinden realisiert. Der Kurator Harald Szeemann, der Werke des Künstlers in den Ausstellungen «Visionäre Schweiz» im Kunsthaus Zürich (1991), in Madrid (1992) und in Düsseldorf (1993) zeigte, meinte: «Ein Besuch im Weinrebenpark ist wie ein tieferes Atmen.»

Der 1931 in Dietikon geborene Künstler trat 1947 in die Zürcher Kunstgewerbeschule ein, wo er vom früheren Bauhaus-Lehrer Johannes Itten wichtige Impulse für seine Malerei erhielt. Danach reiste er in Europa herum.

Mit dem Bau seines Atelier-Wohnhauses und des Gesamtkunstwerks «Weinrebenpark» begann er vor fünfzig Jahren. Den Park erweiterte er ständig. Die Vollendung des Wassergartens, an der Weber gegenwärtig arbeitet, wird die Krönung seines einzigartigen Lebenswerkes sein.