Irmgard Bayard

«Der Anlass wird geschätzt. Ich werde sogar von Leuten angefragt, wann denn der nächste Rottaler Märit stattfinde», sagt Werner Stirnimann, Koordinator des Rottaler Erntefestes.

Das Fest wird jedes Jahr an einem anderen Standort durchgeführt. Dieses Jahr wählte das OK das Areal beim alten Bahnhofgebäude in Untersteckholz. «Damit wird Leben an jenen Ort zurückkehren, der seit der Stilllegung der Bahnlinie Melchnau - St. Urban vor 27 Jahren die meiste Zeit brach liegt.» Ein Nostalgiezug der Aare Seeland mobil und Minibusse machen das Festgelände mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Bei der Ankunft können die Besucher das frisch renovierte «Bahnhöfli» bewundern (siehe Kontext).

Neben den Nostalgiefahrten präsentieren verschiedene Anbieter regionale Spezialitäten. Gezeigt wird zudem altes Handwerk wie Sattler, Schindelmacher, Klosterziegler und Besenbinder.

Erlebbare Aussenstation

Eine Aussenstation am Äschweiher befasst sich mit Karpfen und dem Smaragdgebiet. «Das ist für die Besucher viel interessanter, als wenn wir ihnen das Leben von Tier und Pflanzen an einem Stand erklären», so Stirnimann. Vor Ort ist auch die Pro Natura mit dem Stand «Hallo Biber». Ein Schaumosten und ein Schauhornussen sowie ein Kurzfilm über Untersteckholz runden das Programm ab.

«Dieses Mal gibt es keine Festwirtschaft im üblichen Sinn. Die Veranstalter haben sich für ein Marché-Konzept entschieden. Das heisst, die Verpflegung können die Besucher an den Ständen zusammenstellen und dann in der Festhalle oder draussen konsumieren. Ein Tipp von Stirnimann: «Erstmals werden Karpfenknusperli aus eigenem Fang angeboten.» Ein volkstümliches Quartett bereichert das Fest musikalisch.

Organisiert wird der diesjährige Anlass von einem Dutzend Personen aus Unter- und Obersteckholz sowie umliegenden Gemeinden. Eine davon ist Silvia Kiefer, die mit ihrem Sortiment aus der Holzofenbäckerei bereits zum vierten Mal am Rottaler Erntefest teilnimmt.

Synergien erkennen und nutzen

«Der Markt ist sehr schön, vor allem weil er jedes Jahr an einem anderen Ort stattfindet», sagt sie. Zudem sind Zusammenarbeiten entstanden, wie zum Beispiel mit Pia Büchler aus Altbüron, die nun auch bei anderer Gelegenheit ihre «Zegerchrosi» und «Zigerkarpfen» im Holzofen von Silvia Kiefer backen kann.

Welche Auswirkungen hat das Rottaler Erntefest aufs Jahr gesehen? «Es ergeben sich Bekanntschaften», sagt Stirnimann, der sich schon mehrmals gefragt hat, weshalb sich Leute kennen. «Vom Rottaler Erntefest», heisse es dann. Aber auch ganz praktische Begegnungen seien entstanden. «So hat mir eine Marktfahrerin gesagt, dass sie einem Veranstalter 150 Kilogramm Käse habe liefern können - wahrscheinlich weil er sie vom Fest her kenne», gibt Stirnimann ein Beispiel. «Wenn die Anbieter zusammen auftreten, könne sie ihre Ware zudem günstiger abgeben.»

Gesunde Produkte

Die Grundidee des Rottaler Erntefestes ist denn auch: Hochwertige und gesunde Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Kulturlandschaft des «Rottals der drei Kantone» beziehungsweise dem Gebiet zwischen Wigger und Langete bekannt zu machen und anzubieten. Zudem soll die Aufmerksamkeit auf die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten des Gebietes
gelenkt werden.