Nachruf

Der Fotograf Dominik Labhardt ist tot

Der Fotograf Dominik Labhardt ist in seinem 66. Altersjahr gestorben. (Archivbild)

Der Fotograf Dominik Labhardt ist in seinem 66. Altersjahr gestorben. (Archivbild)

Am 20. Oktober ist Dominik Labhardt in seinem 66. Altersjahr gestorben. Als Fotograf war er einem grösseren Publikum bekannt.

Dominik arbeitete seit seinem 25. Lebensjahr als professioneller Fotograf – die Grundlagen erwarb er sich autodidaktisch und mit Lehrjahren in England. Er hatte ein gutes Auge fürs Bild und suchte jeweils einen speziellen Blick für seine Aufnahme. Seine grosse Stärke war das Interesse an der Welt und vor allem an den Menschen. Das war auch der Grund für seine vielen Reisen. Diese durften einfach und anstrengend sein, in seinen jüngeren Jahren auch abenteuerlich.

Mit jenen Personen, die er abbildete, versuchte er in einen Dialog zu kommen, was ihn oft zeitlich weit über seinen Auftrag beschäftigte. Dominik wollte nicht nur Bilder machen, ihn interessierte das Thema hinter dem Bild. Er wollte die Personen vor der Linse ein Stück weit kennenlernen. Das hastig geschossene Bild war nicht seine Sache.

Dominik fotografierte in Basel viele Jahre für fast alle Zeitungen, vor allem für die AZ und – so Dominik – die «alte BaZ». Er hat dazu beigetragen, einen Teil der Geschichte Basels zu dokumentieren. Auch für nationale und internationale Medien arbeitete er, zunehmend mit grösseren Reportagen, viel für das Magazin «Facts».

Dominik war ein Fotograf mit hohen Ansprüchen – auch gegenüber den Redaktionen. Kritisch verfolgte er die Entwicklung bei den Medien und im Journalismus. Als die Möglichkeiten für den Bildjournalismus von den Verlagen und Redaktionen immer mehr eingeschränkt wurden, hatte sich Dominik anderen Bereichen der Fotografie zugewandt.

Die Suche nach der Essenz des fotografischen Ausdrucks hat Dominik zur künstlerischen Fotografie gebracht – auch in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Sibylle Völkin. Aus Island und Grönland hat Dominik beeindruckende, grossformatige Bilder zu landschaftlichen Mikrostrukturen mitgebracht. Diese Arbeiten mündeten in seiner letzten Ausstellung im «Ort für Fotografie Bellevue».

Nicht nur wir durften Dominik immer als solidarischen Menschen erleben. Er war jederzeit mit persönlicher Hilfe da, sei es auf der Alp eines Freundes oder gegenüber Berufskollegen mit fachlichem Rat und wertvollen Hinweisen. Verbunden fühlte er sich mit der linksgrünen Bewegung. Direkt engagiert war er bei Initiativen zugunsten von Menschen mit Handicap, auch als Gründungsmitglied des Festivals Wildwuchs.

Seine Bilder zu unzähligen Geschichten und Menschen bleiben uns. Nicht nur seine Frau, seine Familie und seine engsten Freundinnen und Freunde werden Dominik vermissen.
Philipp Cueni, Claude Giger, Frank Matter

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