Der Entwurf des Teams um den englischen Architekten David Chipperfield habe nun seine definitive Gestalt angenommen. Die Fassade wurde aufgrund von Einwendungen im Gestaltungsplan-Verfahren um über vier Meter vom Heimplatz zurückversetzt, wie Stadtrat und Hochbauvorsteher André Odermatt sagte.

Der Neubau wird sich im Stadtbild kleiner präsentieren als alle ursprünglichen Entwürfe. Das Gebäudevolumen reduzierte sich um rund 8 Prozent. Fast jeder Raum hat Tageslicht. Verzichtet wurde auf die Nutzung der unterirdische Verbindung von Alt- und Neubau als Schaulager.

Bar, Shop, Festsaal

Der Chipperfield-Neubau wird vorrangig der Kunst ab den 1960er Jahren gewidmet sein. Zudem entsteht mit dem Einzug der privaten Sammlung Bührle ein neuer Schwerpunkt mit Französischer Malerei und Impressionismus, der auf die Kunsthaus-Sammlung mit der Klassischen Moderne trifft, wie Kunsthausdirektor Christoph Becker sagte.

Das Zürcher Kunsthaus werde künftig die grösste Impressionisten- Sammlung ausserhalb von Paris präsentieren können. Im Neubau erhält das Kunsthaus auch Räume für mittelgrosse Wechselausstellungen. Zudem gibts eine Bar, einen Shop und einen Festsaal, die auch ausserhalb der Museums-Öffnungszeiten genutzt werden können.

Spendable Gönner

Der Kanton Zürich stellt das Grundstück auf der Nord-Ost-Seite des Heimplatzes zur Verfügung und steuert 30 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds bei. Je 88 Millionen Franken sollen die Stadt Zürich und die Zürcher Kunstgesellschaft (ZKG) beitragen.

Bis zur Volksabstimmung wolle die ZKG 50 Millionen Franken ihres Anteils zusammen haben, sagte ZKG-Präsident Walter Kielholz. Stiftungen, Firmen und private Gönner hätten bereits Zuwendungen von 30 Millionen Franken zugesagt.

Mehrere Private seien bereit, je über eine Millionen Franken für das Grossprojekt beizusteuern. Aber leider gebe es in Zürich keinen Grossmäzen, der alles bezahle, meinte Kielholz schmunzelnd.

100'000 zusätzliche Besucher pro Jahr

Während das Kunsthaus heute jährlich von etwa 300'000 Personen besucht wird, rechnen die Verantwortlichen dank dem Neubau mit 400'000 Besucherinnen und Besuchern.

Steigen werden auch die Betriebskosten und zwar aufgrund heutiger Schätzungen um 48 Prozent. Die Zahl der Kunsthaus-Mitarbeitenden werde signifikant erhöht. Zur Deckung der Mehraufwendungen für Personal und Unterhalt würden zusätzliche Einnahmequellen erschlossen.