Grenchen

Das Kreuz mit der Strassentaufe

Entscheidung: Die Strasse braucht einen Namen – bevor links und rechts die neuen Häuser stehen. (Bild: Hanspeter Bärtschi)

Strasse

Entscheidung: Die Strasse braucht einen Namen – bevor links und rechts die neuen Häuser stehen. (Bild: Hanspeter Bärtschi)

Die Zeit drängt. Die ersten Parzellen zwischen der Alpen- und der Studenstrasse sind verkauft. Doch ihre Erschliessungsstrasse hat noch immer keinen Namen. Nun will die Kulturkommission bis zum 23. November Nägel mit Köpfen machen.

Daniela Deck

Tripoli- oder Quellenweg oder doch lieber Hofstatt? Oder vielleicht gar Eduard Rothen-Strasse, zum Andenken an den kürzlich vorstorbenen ehemaligen Stadtpräsidenten? So lauten die vier Vorschläge für die Erschliessungsstrasse des Gestaltungsplans Kastels im Nordosten von Grenchen. Im Juni konnte sich der Gemeinderat auf keinen Namen einigen. Nun wird die Zeit knapp. Vier Parzellen sind nach Auskunft von Architekt Aldo Bigolin verkauft, zwei zum Kauf angemeldet und zwei reserviert. Auf der Baudirektion liegen vier Baugesuche vor. «Die Baubewilligung ist nur eine Frage der Zeit. Vermutlich bekommen die Leute sie quasi als Weihnachtsgeschenk», sagt Stadtbaumeister Claude Barbey. Er versteht nicht, warum die Namensfrage noch nicht geklärt ist. «Jetzt muss die Kulturkommission schnell etwas bringen.»

Eine Pendenz geerbt

Doch die Kulturkommission (Kuko) sah sich durch den Beginn der neuen Legislaturperiode handicappiert. Zuvor hatten die abtretenden Kommissionsmitglieder darauf verzichtet, sich mit der künftigen Strasse zu befassen. Die frisch gebackene Kuko-Präsidentin, Angela Kummer, erklärt: «Wir sind alle neu. Dazu kommt, dass unsere Unterlagen für die erste Sitzung am 5. November nicht vollständig waren. Den Situationsplan haben wir zum Beispiel erst an diesem Abend erhalten.»

Kulturkommission sucht neue Ideen

Der Vorschlag der Kuko, die Namensfrage an der ordentlichen Sitzung im Januar zu klären, stiess bei der Verwaltung auf wenig Gegenliebe. «Inzwischen sehen wir die Dringlichkeit ein», versichert Angela Kummer. Man habe die Stadtarchivarin, Salome Moser, beauftragt, die Flurnamen im Gebiet des Gestaltungsplans nachzuschlagen. Da keiner der vier bisherigen Vorschläge beim Gemeinderat Gnade fand, könnten ein- oder zwei zusätzliche Ideen nicht schaden, folgert die Kuko-Präsidentin.

Bis zum 23. November will die Kommission nach Aussage von Angela Kummer diese Aufgabe erledigt haben - im Zirkularbeschluss. Das letzte Wort bei der harzigen Taufe hat der Gemeinderat. Sollte dessen Beschluss für die ersten Baubewilligungen zu spät kommen, ist das gemäss Stadtbaumeister Claude Barbey keine Tragödie. «Der Strassennamen kann nachträglich eingetragen werden. Die Leute ziehen ja noch nicht gleich morgen dort ein.»

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