Tipp der woche

Das Hinten wird zum Vorne: Hinter den Gleisen entsteht die neue Stadt

Das Meret-Oppenheim-Hochhaus in Basel.

Das Meret-Oppenheim-Hochhaus in Basel.

Wo einst Güterschuppen, Bahnwerkstätten und Abstellgleise langsam zerfielen, wo Clochards hausten und provisorisches Kleingewerbe vor sich hin werkelte, schossen in den letzten Jahren neue Bauten, neue Quartiere aus dem Boden.

Ob Europaallee in Zürich, Tribschenstadt Luzern oder das Gundeli in Basel (Bild: Meret-Oppenheim-Hochhaus in Basel): Das Hinten wird zum Vorne.

Manche mögen nostalgisch der Welt aus Baracken und Schrebergärten nachtrauern, andere die Entwicklung und Verdichtung der Stadtzentren begrüssen. Die Freigabe riesiger Areale, meist der letzten zentralen Baulandreserven, durch die Grossgrundbesitzerin SBB verwandelt die Städte. Für Bewohnerinnen und Bewohner ein gewaltiger Umbruch – an dem sie im besten Fall teilhaben können. Wie in St. Gallen, als junge Leute – unter anderem die Buch-Initianten Katharina Graf und Niklaus Reichle – ab 2014 zu Diskussionen am «Tisch hinter den Gleisen» über das Gebiet Bahnhof Nord einluden.

Die unterschiedlichen Entwicklungen an acht Orten werden detailliert erläutert und mit Berichten von Bewohnern und Pendlern ergänzt. Die Schlussfolgerung von Reichle: Perimeter, Bauhöhen und Ausnützungsziffern könnten nicht die einzigen Leitplanken der Planung sein, Menschen und ihr Alltag seien ebenso wichtig. Er plädiert für partizipative Planung, als Input dafür eignet sich das Buch. Sabine Altorfer

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