Tattoo Basel

Das Basel Tattoo wächst von Jahr zu Jahr. Auch die 4. Ausgabe soll wieder ein einmaliges Spektakel bieten

Oberst Robert Grob orientierte über den Einsatz des Militärs am Basel Tattoo. patrick straub/zvg

Tattoo

Oberst Robert Grob orientierte über den Einsatz des Militärs am Basel Tattoo. patrick straub/zvg

Die ersten Gruppen proben bereits ihre Auftritte, während das Schweizer Militär die riesige Arena fertigstellt. Langsam breitet sich das Tattoo-Fieber in der Stadt aus.

Hammerschläge dröhnen über das Kasernenareal. Riesige schwarze Lastwagen werden um die engen Kurven auf den Platz gelotst. Rekruten in Tarnanzügen versetzen der 7534-plätzigen Arena den letzten Schliff. Für das vierte Basel Tattoo baut die Armee erstmals die Arena auf und ab und organisiert den Materialtransport. Militärminister Ueli Maurer ist stolz darauf. Als Schirmherr der Veranstaltung schreibt er im Vorwort des Fest-Magazins: «Es liegt mir sehr viel an der Zusammenarbeit mit dem Basel Tattoo. Zum einen wird unserem Land und unserer Armee eine Plattform für die Präsentation unserer Möglichkeiten und Fähigkeiten geboten. Zum anderen ist das Basel Tattoo fester Bestandteil des kulturellen Sommerprogramms der Stadt Basel und der ganzen Schweiz geworden.»

Militärmusik stärkt Zusammenleben


Oberst Robert Grob kommandiert die Schweizer Militärmusik und hilft bei der Organisation des Anlasses mit. Die Militärmusik werde oft in Frage gestellt, berichtet der Uniformierte an der Medienkonferenz. Dabei stärke die Militärmusik das gesellschaftliche Zusammenleben in Friedenszeiten. «Es braucht sie nicht nur, wenn man einander die Köpfe einschlägt», meint Grob. «Das Edinburgh Tattoo ist das Älteste. Das Basel Tattoo ist das Beste», behauptet der Militärmusiker. Der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass ist bescheidener: «In kürzester Zeit hat sich das Basel Tattoo - nach dem Edinburgh Military Tattoo - weltweit zur Nummer zwei der Open-Air-Tattoos aufgeschwungen.» Fest steht auf jeden Fall: Keine andere Veranstaltung dieser Art ist in so kurzer Zeit so stark gewachsen. Die diesjährigen elf Veranstaltungen waren innert 19 Tagen ausverkauft. 100 000 Leute werden das Programm am Ende gesehen haben.


Erklingt die Nationalhymne an der letzten Tattoo-Vorstellung am 25. Juli, wird sie zugleich die Pensionierung von Militärmusik-Kommandant Grob einläuten. Zuvor freut er sich besonders auf den Abschlussmarsch, der von allen Bands gemeinsam zelebriert wird. Da die Musiker aus mehreren Kontinenten stammen, wird der Auftritt kaum eingeübt. «Trotzdem funktioniert die Darbietung wie von Geisterhand. Das ist die Faszination der Musik: Musiker sprechen alle dieselbe Sprache», schwärmt der Militärmusiker.


140 Helfer mehr als im 2008 engagiert


Die meisten Bands sind bereits gestern Montag in Basel angekommen. Ab heute werden die Vorstellungen geprobt. Nur die Franzosen werden später eintreffen: Heute feiert die Formation «Rallye Tempête» zuerst noch den Nationalfeiertag im eigenen Land. In Basel werden die Franzosen eine traditionelle Rehjagdszene mit fünfzig Jagdhunden und acht Pferden nachstellen. «Es war nicht einfach, die Tiere mit den Zollformalitäten auszurüsten», berichtet Produzent Erik Julliard.


Dieses Jahr kann er auf die Unterstützung von 525 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zählen. Da das Basel Tattoo von Jahr zu Jahr grösser wird und länger dauert, hat er 140 Helfer mehr als letztes Jahr engagiert. Diese werden unter anderem zweihundert Kilogramm Salat servieren, die Bands rund um die Uhr betreuen und ihnen ein Freizeitprogramm bieten. Produzent Julliard hofft, dass die internationalen Musiker dabei die Region Basel kennenlernen.

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