Schlieren

Das Appenzellerland und sein Brauchtum

Gewitzter Erzähler: Peter Eggenberger unterhielt das Publikum in der Bibliothek mit seinen Anekdoten. (Bild: Marco Mordasini)

Peter Eggenberger

Gewitzter Erzähler: Peter Eggenberger unterhielt das Publikum in der Bibliothek mit seinen Anekdoten. (Bild: Marco Mordasini)

Senntumsbilder waren die grosse Leidenschaft von Johanna Dörig. Auf ihren Bildern porträtierte sie das Brauchtum ihrer Heimat Appenzell. Für Unterhaltung sorgte in der Stadtbibliothek Schlieren ein anderer Appenzeller, Peter Eggenberger.

Marco Mordasini

Für einmal war es nicht diese knisternde Stille, die die Gegenwart einer Bibliothek prägt. Nein, diesmal war es das Raunen und herzhafte Lachen der Gäste über alltägliche und lustige Begebenheiten aus den beiden kleinsten Kantonsteilen der Schweiz - dem Appenzell. Die Vernissage von Senntumsbildern von Johanna Dörig (1896 bis 1973), kombiniert mit der Unterhaltung vom Appenzeller Witze- und Geschichteerzähler Peter Eggenberger in der Stadtbibliothek, Schlieren, war ein gelungener Event. «Nur der Bilder wegen wären wohl nicht viele Leute gekommen», sagt Bibliothekarin Heidi Berri. Die Anfrage von Doris Ziegler, Senntumsbilder von Johanna Dörig ausstellen zu dürfen, war reizvoll, aber für Heidi Berri zu wenig substanziell.

Malende Appenzeller Hausmagd

Johanna Dörig arbeitete im «Appezöllerländli» als Stall- und Hausmagd. Mit ihrer naiven Appenzellermalerei (Senntumsbilder) wollte sie ihren Mitmenschen eine Freude machen. Auf unbekümmerte und einfach erzählte Art sind so Kunstwerke entstanden, die ihr Leben in einer unverfälschten Natürlichkeit zeigen. Viel mehr ist von Johanna Dörig denn auch nicht bekannt. Insgesamt 16 Bilder sind in der Stadtbibliothek Schlieren ausgestellt und käuflich zu erwerben. Theo K., selbst ein gebürtiger Ausserrhoder sicherte sich eines der ersten Werke von Dörig. «Diese Bilder stellen für mich eine Beziehung zur Heimat und Brauchtum dar», sagte der Kunstliebhaber. Die Ausstellung dauert noch bis zum 28. Mai 2009.

Peter Eggenberger, Autor zahlreicher Bücher, hätte das Publikum stundenlang mit Anekdoten aus seiner Heimat unterhalten können. Mit «Mister Zeigefinger» Walter Eggenberger über viele Ecken verwandt, fesselte er nicht nur das Publikum. Auch ein ranghohes Duo aus dem Schlieremer Stadthaus: Stadtpräsident Peter Voser und Stadtschreiber Daniel Widmer amüsierten sich prächtig. «Auch wir beide sind einschlägig mit dem ‹Appenzöllerland› liiert. Unsere beiden Mütter stammen auch von dort», erklärte Stapi Peter Voser schmunzelnd. Aber auch die Witze aus den beiden Halbkantonen sind legendär, wie Eggenberger weiss: Einem deutschen Kurgast war das 4-Stern-Hotel zu teuer und so suchte er sich ein einfaches Haus. «Was kostet denn ein Zimmer in diesem Saustall?» Die Wirtin: «20 Franken pro Nacht und Sau.»

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