«Welches Bild mir am besten gefällt im Kunstmuseum Basel – eine Qual der Wahl! Hätte man mir diese Frage als 10-jährige gestellt, hätte ich, ohne zu zögern, «Die Pest» von Böcklin gewählt. Das unheimliche, düstere Bild hat mich als Kind erschaudern lassen und fasziniert. Fünf Jahre später hätte ich, ebenfalls ohne zu zögern, sämtliche Bilder von Paul Klee genannt, weil sie meine Fantasie angeregt haben.

Die Impressionisten, vorab Alfred Sisley, gehören noch heute zu meinen Favoriten. Bei William Turner, einem Meister des Lichts, gerate ich ins Schwärmen, bei Max Bill bewundere ich die klaren Formen, bei Alberto Giacometti den Strich, bei Hodler die Wucht, bei Segantini die Stimmung und Ruhe, die er zu vermitteln vermag. Zum Stichwort vermitteln: Für mich ist nicht der monetäre Wert einer Zeichnung, eines Gemäldes ausschlaggebend, sondern die Assoziationen, die geweckt werden.

Schliesslich habe ich mich für «Arlequin et Colombine» von Pablo Picasso entschieden. Die Leichtigkeit und Fertigkeit, mit wenigen Federstrichen zwei Figuren spielerisch auf Papier zu zaubern, ist bestechend. Arlequin umschwärmt seine Colombine, und man spürt förmlich, wie es knistert; seine Haltung ist von besonderer Eleganz. Diese schöne Federzeichnung von Picasso ist eines von vielen Zeugnissen seines grossen zeichnerischen Talentes und Könnens.

Diese Zeichnung ist jedoch viel mehr als eine Zeichnung, denn unweigerlich weckt sie Erinnerungen an die Commedia dell’Arte und letztlich auch an die Basler Fasnacht. Bei Basel angelangt, bleibt die grossartige und einzigartige Sammlung von 2,4 Millionen Franken für den Verbleib der Gemälde «Les deux frères» und «Arlequin assis» von Picasso von 1967 in Basel unvergesslich haften.»