Caspar Wolf ist ein Avantgardist der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Keiner hat die Alpen vorher so aufrührend gemalt. Der aus dem aargauischen Muri stammende Künstler, der von 1735 bis 1783 lebte, gestaltete die Berglandschaften als grossartige Spektakel. Ihm widmet das Kunstmuseum Basel die grosse Ausstellung «Caspar Wolf und die ästhetische Eroberung der Natur». Kuratiert wird sie von Bodo Brinkmann und Katharina Georgi.

Caspar Wolf bereiste im Auftrag des Berner Verlegers Abraham Wagner (1734–1782) mit ihm und dem Pfarrer, Geologen und Glaziologen Jakob Samuel Wyttenbach zwischen 1770 und 1780 die damals noch weitgehend unerschlossenen Alpen in der Schweiz. Wagner plante eine umfassende Publikation der schweizerischen Alpen: ein typisch aufklärerisches Unternehmen.

Wolf gab den Bergen, Gletschern, Wasserfällen künstlerische Form – in einer neuen bildnerischen Sprache. Er überhöhte die Berge, malte kantige Felsmassen, sich auftürmende Eisbrocken und tosende Wasserfälle. Er malte das Erhabene der Berge ebenso wie das Bedrohliche, Dunkle. Der Maler der Zeit der Aufklärung nimmt vieles von der Romantik vorweg.

Die Basler Ausstellung setzt Wolfs Bilder zudem in einen Dialog mit Fotografien von Gilles Monney der von Wolf gemalten Landschaften. So lassen sich neue Erkenntnisse über Wolfs künstlerische Form und Sprache gewinnen.

Die bz arbeitet in einem Spezial verschiedene Aspekte von Wolfs bedeutendem Schaffen heraus. Die Beschäftigung mit Wolf soll – so hofft Kurator Bodo Brinkmann – Kunstfreunde auch dazu animieren, «mit einem Bild von Wolf im Hinterkopf in die Berge zu gehen», so die Alpenwelt neu zu erfahren.