Todesfall

Bundespräsident Merz würdigt verstorbenen Literaten Chessex

Während Lesung gestorben: Jacques Chessex (Archiv)

Während Lesung gestorben: Jacques Chessex (Archiv)

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat den überraschenden Tod des Westschweizer Schriftestellers Jacques Chessex bedauert und würdigte ihn als profilierten Literaten. «Die Schweiz verliert einen grossen Schriftsteller», sagte Merz.

"Nach einer eher düsteren und qualvollen Periode, ist der spätere Teil seines Werkes voll von Vertrauen", hielt Merz in einer Hommage an den Waadtländer fest. "Als Erforscher der menschlichen Seele in ihrer ganzen Komplexität wird Chessex eines der grössten Talente der französischen Gegenwartsliteratur bleiben."

Chessex ist am Freitagabend im Alter von 75 Jahren unerwartet verstorben. Der Autor brach während einer Diskussionsveranstaltung über eines seiner Werke in Yverdon VD tot zusammen. Sein bekanntestes Werk ist der Roman "L'Ogre" ("Der Kinderfresser"). Das Buch brachte ihm 1973 als erstem Nicht-Franzosen den französischen Prix Goncourt ein.

Chessex wurde am 1. März 1934 in Payerne geboren. Er studierte in Freiburg und Lausanne und unterrichtete 30 Jahre lang als Gymnasiallehrer. Mit 18 publizierte er erste Texte, mit 20 sein erstes Buch. Bis heute sind etwa 80 Bücher erschienen: Lyrik, Essays, Kinderbücher und Romane. Mehrere seiner Werke wurden auf Deutsch übersetzt.

Zu seinem 75. Geburtstag am 1. März dieses Jahr hatte sich Chessex selber einen schönen literarischen Erfolg beschert. "Un Juif pour l'exemple" ging in nur sieben Wochen 32'000 Mal über den Ladentisch, löste aber eine grosse Polemik aus. Nicht alle waren damit einverstanden, dass ein dunkles Kapitel der Geschichte noch einmal ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird.

Auf Deutsch erscheint die Erzählung über einen rassistisch motivierten Mord 1942 am jüdischen Kaufmann Arthur Bloch in Payerne im Februar 2010.

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