Bildende Kunst

Bündner Kunstmuseum: Der Direktor macht nach 30 Jahren Schluss

Beat Stutzer betrachtet eine Skulptur Alberto Giacomettis (Archiv)

Beat Stutzer betrachtet eine Skulptur Alberto Giacomettis (Archiv)

Schweizweit ist wohl kein anderer länger Direktor eines Kunstmuseums gewesen als er: Im Herbst nächsten Jahres macht Beat Stutzer im Bündner Kunstmuseum nach 30 Jahren eine Zäsur. Er verlässt seine Wirkungsstätte und widmet sich neuen Projekten.

1982 kam der Urner nach Chur. Die Bündner Hauptstadt und der Kanton liessen ihn nicht mehr los. Im Herbst nächsten Jahres, wenn Beat Stutzer mit 61 Jahren in Frühpension geht, wird er 30 Jahre lang Direktor des Bündner Kunstmuseums in Chur gewesen sein.

Müde ist der Mann keineswegs geworden. Im Gegenteil: Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA blüht Stutzer auf, wenn er von seinen Plänen erzählt.

In Chur will er wohnen bleiben und sich grösseren Buchprojekten widmen, dem Segantini Museum in St. Moritz wird er als Konservator erhalten bleiben und eine "nicht ganz unbedeutende private Kunstsammlung" betreuen. Einen Namen will er nicht nennen.

Von Graubünden fasziniert

Sieben bis zehn Jahre wollte der studierte Kunstfachmann in Chur bleiben, als er in die Bündner Hauptstadt kam. Er hätte wechseln können, zu grösseren Häusern. Bei der Abwägung von Vor- und Nachteilen entschied er sich jedoch jedes Mal für Chur. Die periphere Lage der Alpenstadt empfand er nie als Nachteil.

Graubünden fasziniert Stutzer und liess ihn nicht mehr los. Sein Verbleiben hat stark mit dem Kunstschaffen im Gebirgskanton zu tun, wie Stutzer sagt. Der Kanton habe ein unglaublich spannendes Hinterland in der Kunstszene.

Im Unterschied zu vergleichbaren, ländlich geprägten Regionen habe Graubünden grosse Künstler hervorgebracht. Stutzer führt dieses heimische Kunstschaffen auf die Mentalität der Leute zurück, ein gesundes Selbstbewusstsein und Heimatverbundenheit, die auch Offenheit gegenüber der Welt einschliesst.

Gefragt, welches sein Lieblingskünstler sei, überlegt Stutzer nicht lange: Alberto Giacometti. Werke des Bergeller Künstlers von Weltruf werden sicher demnächst in der Jahresausstellung zu sehen sein, Stutzers letzter. Sie trägt den Titel "Director's Choice", dauert von 11. Dezember bis 30. Januar und enthält - vereinfacht ausgedrückt - Werke von Stutzers Lieblingskünstlern.

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